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lieh intimem Gesichtsausdruck und lächelndem Mund. Diese 
Kunstwerke sprechen uns heute noch an, denn ihr holder Liebreiz, 
wie ihr andachtsmäßiger Stimmungscharakter sichern ihnen eine 
stets lebendige Gegenwartsbeziehung. Innerhalb des weichen Stiles 
haben vor allem die Muttergottesdarstellungen eine reiche Ab 
wandlung erfahren, die unter dem Begriff der „Schönen Madon 
nen“ zusammengefaßt werden. (Kat. Nr. 113—116, Abb. Nr. 15, 16.) 
War der weiche Stil ein System von vollendeter Rundung, so 
gestaltete man nun auf der Suche nach neuen Ausdruclcsmöglich- 
keiten eckig, kantig und in brüchigen Gcwandfalten. Es tritt also 
eine Verhärtung der Formen ein, die nicht nur in der Linien 
führung, sondern vor allem im Ausdruck des Seelischen spürbar 
wird. Diese Reaktion auf den weichen Stil war aber bereits 
lokal verschieden. Um die Achtzigerjahre des 15. .Jahrhunderts 
sind die Formen klar ausgebildet, die man am besten als 
Knitter Stil bezeichnen wird. Die Jahrzehnte um die Jahr 
hundertmitte, also etwa 1440 bis 1470, sind gekennzeichnet 
durch die Verwandlung des weichen Stiles in den knittrig- 
brüchigen. In der Fachliteratur werden diese Jahrzehnte 
„dunkle Zeit“ genannt. Gerade in diese Jahre fällt der gewaltige 
Auftrag an die Bauhütte von St. Stephan zur Fertigstellung von 
siebenundsiebzig Pfeilerfiguren für das Langhaus, mit dessen Ein 
wölbung 1446 begonnen wurde. Diese gesamte Langhausplastik 
ist vollständig und vielfach in der ursprünglichen Fassung 
erhalten. Bei ihrer Bewertung darf man allerdings nicht so' Vor 
gehen, daß man sie bei vergeblicher Suche nach hervorragenden 
Einzelleistungen, obgleich es auch hier solche gibt, etwa nur als 
handwerkliches Durchschnittsguf von provinzieller Minderwertig 
keit beiseite schiebt. Ihr ganz hervorragender Wert ist sympto 
matisch, indem an ihnen die künstlerische Situation um die Jahr 
hundertmitte verständlich wird. (Kat. Nr. 118, 119, Abb. Nr. 19.) . 
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