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DIE MALEREI IN ST. STEPHAN
bearbeitet von Anselm Weissenhofer
Man kann heute mit gutem Grund annehmen, daß schon die
älteste Anlage der Stephanskirche, wie es bei romanischen Großbauten
fast ausnahmslos üblich war, reichen malerischen Schmuck
hatte. Einige Spuren in dieser Richtung, die schon anläßlich der
Renovierungsarbeiten unter Leitung des Donibaumeisters Schmidt
sichtbar geworden waren, konnten durch Beobachtimgen, die im
Zuge der neuesten Untersuchungen gemacht wurden, bestätigt und
ergänzt werden. Uber den Inhalt, Umlang und die Technik dieser
Malereien ist allerdings nichts Genaueres auszusagen.
Aus spätromanischer, frühgotischer und spätgotischer Zeit sind
jedoch trotz aller Beschädigungen im Dom selbst und im Historischen
Museum der Stadt Wien noch hinreichende Restbestände
erhalten, die ein aufschlußreiches Bild über den Zustand einzelner
Gebäudeteile vor dem Eintritt der Renaissancebewegung ermöglichen.
Besonderes Interesse, sowohl im künstlerischen als auch
im geschichtlichen Sinne erheischt ein zweigeschossiger Bildstreifen
an der Nordseite der Westempore aus den Achtzigerjahren
des 13. Jahrhunderts, dessen reichsgeschichtliche Bedeutung (Belehnung
Albrccht I. mit den österreichischen Erblanden durch
seinen Vater Rudolf I.) erst neuerdings erkannt wurde. Ebenso
ein Wandgemälde unter dem großen Fenster der Westfassade,
das in einer Flachbogennische (über 6 m lang) die Slephanskirche
etwa im Zustand von 1450 darstellt und erst nach dem Brande
der Orgel zugänglich wurde. Das schwerstbeschädigte Gemälde
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