MAK
X 
ZEHS T 0 RUNG UND WIEDE11A U F B A U 
DES DOMES 
bearbeitet von Karl Holey 
Der Dom im Kriege und die Schutzmaßnahmen 
Zu Beginn des Krieges, noch im September 1939, sind als erste 
Schutzmaßnahme die alten Glasfenster aus dem 14. und 
15. Jahrhundert in den drei Fenstern des Hauptchores heraus 
genommen und in Kisten verpackt in den Katakomben in Sicher 
heit gebracht worden. Wenn auch damals niemand recht an 
einen Angriff auf Wien glaubte, so mußte man doch nach dem, 
Luftangriff auf Warschau den Abwurf von Fliegerbomben in den 
Bereich der Möglichkeit ziehen und man wußte, daß in weitem 
Umkreis eines Abwurfes zumindest die Fensterscheiben zerstört 
wurden. Die übrigen farbigen Glasfenster, die alle aus dem 19. Jahr 
hundert stammten, sind belassen worden, denn ihr Ersatz durch 
andere Gläser wäre bei dem großen Ausmaß schwer möglich 
gewesen und künstlerisch wurden sic nicht so hoch eingeschätzt. 
Eine nächste sehr dringende Vorsichtsmaßregel war der Feuer 
schutz des hölzernen Dachstuhles aus der Mitte des 15. Jahrhun 
derts. Ein wahres Wunderwerk der Zimmererkunst, hatte er von 
der Mauerkrone der Seitenschiffe bis zum First eine Höhe von 
37.85 m, eine Spannweite von 35 m und eine Länge von unge 
fähr 110 m. Verwendet wurde Lärchenholz, das sich nach fünf 
hundert Jahren in einem ausgezeichneten Erhaltungszustand 
befand. Das Ausmaß betrug 1979.45 m 3 , oder rund 2000 m 3 , und 
für diese Menge Nutzholz wäre bei normaler Nutzung ein Wald- 
76
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.