splittern. Die angerichteten Schäden waren geringfügig und wir
alle hegten die Hoffnung, daß der Dom die Kriegsgefahren
glücklich überstehen würde.
Erst als der Krieg schon in den letzten Zügen lag und fast
vorüber war, brach das Unglück über den altehrwürdigen Bau
herein. Bei dem letzten Luftangriff am Sonntag, den 8. April
1945 durchschlug eine schwächere Bombe Dach und Gewölbe
des südlichen Seitenschiffes und eine zweite fiel neben den
Südturm, ohne ihn zu treffen, aber auch dieser letzte Bombenangriff
hatte dem Bau keinen ernsten Schaden zugefügt.
Nicht die Waffen des Krieges haben den Bau zerstört, sondern das
Feuer; die Schäden des Baues sind zum geringsten Teil durch
Artilleriebeschuß entstanden, sondern beinahe auschließlich durch
Brand.
Durch den erwähnten Luftangriff entstand der Brand des Thonethauses
an der Ecke der Rotenturmstraße und des Stephansplatzes,
der auf das gegenüberliegende Haus der Feldapotheke Übergriff.
Der herrschende Funkenflug verursachte kleinere Brandherde
am Nordturm, im Glockenstuhl der Pummerin und im Turmhelm
des Südturmes, die aber von den Herren der Churgeistiichkcit
und tatkräftigen freiwilligen Helfern gelöscht wunden. Granattreffer
am 9. und 10. April brachten keine schwereren
Schäden und erst am 11. April lag der Stephansplatz und der
Dom unter schwerem deutschen Artilleriefeuer, wodurch das Dach
neuerlich an vielen Stellen aufgerissen wurde. Die noch unversehrten
Häuser der Westfront gerieten in Brand und durch
Funkenflug vom ringsum wogenden Flammenmeer wurden der an
vielen Stellen offen hegende Dachstuhl und das Gerüst am
Nordturm in Brand gesteckt. Die treuen Wächter waren machtlos
und wenn auch die Imprägnierung des Dachstuhles die Katastrophe
hinausgeschoben hat, so war infolge des Mangels an
Löschwasser, die Wasserleitungen waren vielfach zerstört, des
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