halten gebliebene Gewölbe des Frauen chores war in seinem
Bestände arg gefährdet, weil die Gewölbe auf die Pfeiler einen
einseitigen Schub ausübten, der durch Schließen aufgenommen
werden konnte. Die Gewölbe des Frauenchores erhielten ein
provisorisches Holzdach.
Die vier Bündelpfeiler des Chores sind so stark beschädigt, daß
sie schichtenweise ausgewechselt und durch Einspritzen von
Kalkmilch regeneriert werden müssen. Diese Arbeiten erfordern
schwierige Pölzungen und Gerüstungen. Sie sind größtenteils
fertiggestellt und mit dem Aufstellen der Gerüste für die Her
stellung des Abschlusses des Raumes nach oben ist begonnen
worden. Auch hier wird zunächst ein Stahlbetonflachdach aus
geführt, von dem 400 Quadratmeter fertiggestellt sind.
Im Hochturm, der sehr viele Schäden durch Geschoßeinschläge
aufweist, ist die Einrüstung des Südfensters in der Glockenstube
abgeschlossen und im Nordturm ist die Wiederherstellung des
Aufbaues in Arbeit.
Die Zahl der am Wiederaufbau beschäftigten Arbeiter beträgt
ungefähr 180 Mann.
Zum Schluß will ich noch auf drei Fragen antworten, die häufig-
gestellt werden.
Die erste Frage, die man besonders zu Beginn der Arbeiten, oft
auch in vorwurfsvollem Ton hörte, die aber auch heute noch
manchmal gestellt wird, lautet, ja, ist es denn überhaupt notwen
dig gewesen, daß man mit den Arbeiten begonnen hat, zu einer
Zeit, als noch Schuttgebirge den Verkehr in den Straßen der
Stadt beinahe unmöglich machten, als viele Bewohner nicht
wußten, wo sic hausen sollen und als so viele Aufgaben wirt
schaftlicher Art zu lösen waren. Ja, es war notwendig, denn jeder
Regentag, jeder Sturm, jeder Schneefall hätten dem ungeschützten
Bau Schaden zugefügt, die je schwerer wieder gutgemacht hätten
werden können, je länger dieser Zustand gedauert hätte.
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