— 15 —
zösisch.en Künstler, trotz der langen Kriegsjahre, den ausgestan
denen Entbehrungen und den auch bei ihnen aufgehäuften
Ruinen, sich durchaus nicht haben entmutigen lassen. Sie haben
sich auf ihre Arbeit gestürzt und aus. ihrer Kunst den Ansporn
geschöpft zu kämpfen, zu hoffen und zu leben. Die Künstler
Österreichs und der anderen Länder werden — davon bin ich
überzeugt — in dieser Ausstellung die Atmosphäre einer brüder
lichen Aufnahmsbereitschaft finden. Bande der Freundschaft
werden sich zwischen den Künstlern der verschiedenen Länder
wieder anknüpfen.
Wenn das Schwert heute in seine Scheide zurückkehrt, so ist
es gut, daß es zurückweiche auch vor der Palette des Malers,
dem Meißel des Bildhauers, dem Zirkel des wiederaufbauenden
Architekten, die die Träger eines Ideals von Frieden und Brüder
lichkeit sind, das sich nicht um Landes- oder Staatsgrenzen küm
mert. Ein Hauch von frischer Luft kommt in ihrem Gefolge; in
der gemeinsamen Bewunderung für das Kunstwerk nähern, ver
stehen und einigen sich die Seelen.
Wenn die Ausstellung solche Annäherung und solche Verstän
digung möglich macht, so hat sie ihre Ziele erreicht und wieder
einmal den französischen Künstlern Gelegenheit gegeben, Boten
des Friedens zu sein und den Menschen zu zeigen, daß alles hie-
nieden Zusammenklang und Harmonie sein sollte.
Wien, am 27. Juni 1946.
General BETHOUART.