DER
”SALON D’AUTO MN E“
(Pariser Herbstausstellung)
Der SALON D’AUTOMNE wurde im Jahre 1903 von einigen
Künstlern gegründet, die sich von der übergroßen Vormundschaft
befreien wollten, welche gleichzeitig von den öffentlichen Behörden,
dem „Institut“ und von den Komitees der beiden großen
offiziellen Salons auf die Künstlerwelt ausgeübt wurde. Er verdankt
seine Entstehung einem impulsiven Gefühl der Auflehnung
und einem großartigen Befreiungsdrang.
Der Dichter und Kunstkritiker Yvanhoe Rambosson hatte
diese Maler und Bildhauer zusammenberufen, und auf seinen
Vorschlag hin wurde Frantz-Jourdain Gründer und erster
Präsident. Er war aber alsbald auch die Seele dieser Künstlerschaft.
Die erste Ausstellung fand in den Kellern des Petit
Palais des Champs-Elysees statt, die zu diesem Zweck vom
Dekorationsmaler Jansen hergerichtet wurden, der auch,, auf
die Bitte des Architekten H. Sauvage, die Kosten trug. Sie erregte
in jedem Sinn des Wortes Aufsehen und dies um so mehr,
als Meister wie Carriere, Besnard und Cheret ihren Namen
dazu liehen, ebenso auch Kunstschriftsteller ersten Ranges, wie
J. K. Huysmans, Emile Verhaeren, Georges Lecomte, Gustave
Kahn, Roger Marx, Gabriel Mourey, Gustave Geffroy. Zu den
Begründern aber zählten Georges Desvallieres, Henri Lebasque,
Auguste Lepere, Camille Lefevre, Georges D’Espagnat, Georges
Rouault, Edouard Vuillard.
Dieser unerwartete Erfolg des SALON D’AUTOMNE machte
unliebsames Aufsehen bei den Behörden. Der Gemeinderat ent-,
zog ihm das Recht, die Räume des Petit Palais des Beaux Arts de
la Ville de Paris zu benützen. Man schritt gegen die Aussteller
ein, aber Carriere rettete die junge Vereinigung, indem er