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Im Jahr 1948 beschloß das Komitee, Ausstellungen zu bringen,
in denen die I äden sichtbar werden, die von den jungen
Malern zu ihren älteren Kollegen führen, und die Wahl fiel auf
Georges Braque. Dem im nationalsozialistischen Deutschland
so verpönten Kubismus wurden in einem Ehrensaal, vor den
Augen der Besatzung, Triumphe zuteil.
Doch schon naht die Befreiung. Während der Schlacht in der
Noimandie bereitet das Komitee, durch aktive Elemente verstärkt,
den „Salon“ von 1944 vor. Der heutige Präsident des
SALON D’AUTOMNE, P. Montagnac, findet markige Worte und
schreibt einleitend: „Der Salon ist mitten im Kampf vorbereitet
und in voller Unabhängigkeit eröffnet worden. Unsere Gedanken
weilen bei den noch abwesenden Kameraden und bei denen, die
für die Wiedererringung der Freiheit gefallen sind. Es lebe
Frankreich! Charles Walch schmückt den Katalog mit einem
auf einer Palette hochaufgerichteten gallischen Hahn; ein roter
Hintergrund, von dem die Trikolore sich abhebt, mahnt an das
Blut, das so reichlich vergossen wurde.
In diesem „Salon der Befreiung“ wurde Picasso ein Saal
einge^äumt, der 74 Bilder und 5 Skulpturen zeigt: seine Leistung
während der schweren Jahre. Ein anderer Saal galt der Jugend
in ihren kühnsten, kraftvollsten Elementen, genährt von Matisse
und den Kubisten. Ein Saal bringt eine Auswahl überrealistischer
Schöpfungen, wieder ein anderer vereinigt die Neuerer,
die Suchenden, die Pioniere, kurz alle Künstler, deren Bestrebungen
und Zukunftsvisionen, deren Errungenschaften und Entdeckungen
den Stempel des Kubismus und seiner Gefolgschaft
an sich tragen.
Man gedachte auch Soutine’s und brachte Retrospektiven von
Georges Dufrenoy, von Georges Darei und von Wierick. Das
während der „verbotenen Zeit“ heimlich zusammengestellte lithographische
Album „Siegen“ ist ausgestellt. Georges Capon ist
der Organisator dieser Ausstellung, die in der Geschichte des
SALON D’AUTOMNE weiterleben wird.
Der Salon von 1945, dessen Katalog auf dem Umschlag einen
von Alix gezeichneten trikoloren Feldblumenstrauß zeigt, wird,
wie dies Edouard Sarradin in seinem Vorwort dartut, von der
Heimkehr derjenigen bestimmt, die gezwungen waren fernzubleiben:
er ist der „Sammelruf für die lebendigen Kräfte, die das
Unheil in alle Winde verstreut hatte“.