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MAK

Full text : Albrecht Dürer und die Graphik der Reformationszeit

40  SALOME  BRINGT  DAS  HAUPT  JOHANNES  DES  TÄUFERS  IHRER
MUTTER  HERODIAS
Holzschnitt,  19,4:13  cm
Monogramm  perspektivisch  in  die  Tiefe  und  Datierung  1511  am  Boden
Ritter,  S.  55;  Inv.  Nr.:  2635  (43/12)
Genrehaft  illustrative  Darstellung,  die  aber  merkwürdigerweise  mit  der  Illustration
der  Szene  nur  in  losem  Zusammenhang  steht.  Weder  die  Großartigkeit  des  Herodes
noch  die  Sinnlichkeit  der  Salome  noch  der  Triumph  der  Herodias  werden  dabei  zum
Ausdruck  gebracht,  sondern  Entsetzen,  Ekel  und  Ernüchterung,  die  letzten  Endes  die
Sinnlosigkeit  der  Tat  charakterisieren.
Das  Blatt  gehört  in  die  Holzschnittgruppe  des  Büßenden  (B.  119)  und  der  Enthauptung
Johannes  des  Täufers  (B.  125).
Literatur:
B.  126  —  Dodgson,  Catalogue,  I,  S.  301,  109  —  Kurth,  260  —  Meder,  232  —  Tietze,
II,  445  —  Panofsky,  II,  346  —  Hollstein,  VII,  232  —  Knappe,  297.

41  ANBETUNG  DER  KÖNIGE
Holzschnitt,  29:22  cm
Monogramm  perspektivisch  in  den  Vordergrund  gelegt,  dat.  1511  links  am  Pfosten
Ritter,  S.  54;  Inv.  Nr.:  2627  (43/2)
Konventionelles  Bild  innerhalb  der  Tradition  der  deutschen  und  niederländischen
Spätgotik.
Literatur:
B.  3  —  Dodgson,  Catalogue,  I,  S.  303,  115  —  Kurth,  262  —  Meder,  208  —  Tietze,
II,  487  —  Panofsky,  II,  223  —  Hollstein,  VII,  208  —  Knappe,  303.

42  MARIA,  VON  ZWEI  ENGELN  GEKRÖNT  Tafel  37
Holzschnitt,  30:21,5  cm
Monogramm  und  Datierung  1518  links  unten;  2.  Zustand,  ca.  1580
Ritter,  S.  55;  Inv.  Nr.:  2631  (43/7)
Diese  sehr  dichte,  gedrängte  Darstellung  der  Marienkrönung  entbehrt  trotz  Einzelnaturalismen ­
  jeder  Realität  und  ist  rein  spekulativ.  So  entbehrt  diese  Maria  trotz
der  äußeren  Form  des  katholischen  Andachtsbildes  mit  Engeln  und  Krone  völlig
der  Göttlichkeit  und  geht  über  die  Abbildung  und  Vorstellung  des  zeitgenössischen
Muttertypus  nicht  hinaus.  Gerade  darin  aber  nimmt  sie  sämtliche  Motive  der
reformatorischen  Mariologie  auf  und  Dürer  erscheint  als  Illustrator  von  Luthers
Idee,  daß  sich  gerade  in  der  Wahrung  des  Abstandes  der  zu  verehrenden  irdischen
Mutter  zu  Gott  der  eigentliche  Gnadenakt  der  Menschwerdung  Christi  manifestiert.
Dürer  stand  dem  katholischen  Marienkult  seiner  Zeit  ebenso  kritisch  gegenüber
wie  Martin  Luther,  der  Maria  keineswegs  ablehnte,  sondern  in  ihr  vielmehr  die
Gottesmutter  verehrte  und  sie  oft  „regina  super  omnia“  nannte  (Buchholz,  S.  33).

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