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Full text: Albrecht Dürer und die Graphik der Reformationszeit

BUCHEINBÄNDE 
77 EINBANDDECKE Tafel 61 
Weißes Schweinsleder, 32,5:21 cm 
Augsburg 1567, bez. MG 
Inv. Nr.: 13958 
Vorderseite: 
Rollen: 
1. Akanthusrankenrolle 
2. 21,7:2,1 cm: Crucifixus MG 155(7): Ecce Agnus / Dei Qui Toi 
Verkündigung: Ecce Virgo / Concipiet 
Taufe: Hic Est Filiu / Meus Dilec 
Auferstehung: Mors Ero Mo / Rs Tua Mors 
3. 23,2:1,5 cm: Fides: Fides E/st Sub S 
Fortitudo: Fortitudo / 1567 
Caritas: Carita / S Benig 
Spes MG: Spes No / N Conf. 
Platten: 
6,8:3,8 cm: Justitia nach rechts, Wölbung einfach; darunter „IVSTICIE. QVISQVIS. 
PICTUR AM. LVMINE: CERNIS: DIC: DEVS EST: IVSTVS: 
IVSTA: QVE: FAC.“ 
6,7:3,7cm: Lucretia nach rechts, Wölbung einfach; „CASTA. TVLIT MAGNAM 
FORM AE. LVCRECIA: LAVDEM. FACT TAMEN. MAGIS. 
EST. VVLNERE.“ 
Rückseite: 
1. Akanthusrankenrolle 
2. und 3. Wie Vorderseite 
4. 18,2:1 cm: Reformatoren, ohne Bezeichnung mit ornamentalem Blattwerk und 
Wappen: Sachsen, Kur,.Marke des Stempelschneiders MG (Haebler, 
Tafel I, 25) — Augsburger Pinienzapfen. 
Typischer Einband der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit reformatorischen 
Bilderreihen. Der großen Rolle mit den wesentlichsten Szenen der Gnadentheologie: 
Verkündigung, Taufe, Auferstehung und Kreuzigung ist jene mit den ethischen 
Allegorien Fides-Spes, Fortitudo-Caritas gegenübergestellt. Ebenfalls in den Kreis 
der ethischen Allegorie gehören die sich höchster Beliebtheit erfreuenden Platten 
stempel mit Justitia und Lucretia als Gerechtigkeit und Reinheit. Platten und Rollen 
erweisen den engen Zusammenhang der Buchbindekunst mit dem gleichzeitigen 
Holzschnitt. Auferstehung und Kreuzigung sind unmittelbar dem Holzschnitt mit 
der großen religiösen Allegorie Sündenfall und Erlösung aus der Cranach-Werkstatt 
(Kat. Nr. 64) verbunden, Lucretia und Justitia entsprechen dem illustrativen Stil 
des späten Cranach-Manierismus, die Darstellung der Fides kann mit dem Typus 
des Glaubens bei Burgkmair (Kat. Nr. 55) in Zusammenhang gebracht werden. 
Bei dem Meister MG handelt es sich wahrscheinlich um Matthias Gärtner aus 
Augsburg, möglicherweise stammt ein Teil der Stempel aus Wittenberg. Entsprechend 
der ungeheuren Masse von Bindeaufträgen werden die Rollen rasch und ohne 
Berücksichtigung etwa sorgfältiger Ecklösungen aufgesetzt. 
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