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Full text: Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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$ie öftreid)ifd)e Äunft. 
mehrere anbere jüngere Zünftler erfreulich bertreten. 3>er erftere 
bat in ben SBüften bon 2iSjt unb Sranj Söher, bor allem aber in 
ber loloffalen bei ÄaiferS $ranj Sofeph fdjßne fDlufter grober unb 
boeb böcbft lebenlboller 3tuffaffung gebracht; auf fein grojjel 
•Btonument bei .ftönigl 3Jtar lomme ich jurfid bei ber SOlüncbener 
Sculptur, ba es jefst noch nicht aufgeftellt ift. 
3m üüalerifchen noch biel weiter gehenb geigt Tilgner in 
feiner Sebanbtung ber Süfte ber Schaufpielerin SBolter ein großes 
Salent, auch •§• Saube’l bulfanartiger Äopf ift ihm pifant ge= 
langen. Sftübmenlmerth finb ferner noch toie Slrbeiten bon Selope, 
£ap unb Süll, fehr tüchtig componirt unb aulgeführt ein SRelief 
©aftelll, „älbel fterbenb in ben türmen feiner Gltern." Sßet; 
bienftlich erscheint auch ber Äopf bei Sopernicul an feiner 9Jtar= 
motfigur bon ©ebomlli. 2111 eine allerliebste Spielerei erfreuen 
enblich bie lomifdhen Solflfcenen SHorborfl, boll echten grotel= 
len §umorl. 
Surchaul ber italienifcheu Sculptuv angehörig ermeifen 
ficb bie SJtarmorfiguren bei Sföelfchtprolerl fOlalfatti aul Orient 
bon einer bemunberunglmürbigen malerifdien Sechnil. So bor 
aUem eine „Gnttäufchung" betitelte fFläbcfienfigur im allermoberm 
ften Goftüme, bie eben einen unerfreulichen örief erhalten hat 
unb nun echt italienifch bie 2Ichfeln barob judt. 9lid>t ohne 
©rajie ber Sluffaffung ift aber hoch bie ganj genreartige, mit 
unglaublicher SSirtuofitüt burchgeführte ©harafterifirung bei Stoff; 
liehen bie §auptfache. 2üan meint auch tbirtlidh» bie fernere 
Seibe bei Äleibel raufdjen ju hören, aul ber bie feinen §änbe 
unb ber faft übermafsig ^örtliche ftopf fich fo meid) Iwaulheben. 
SBcniger gelungen, rnenu auch immer noch talentboll finb jtoei 
Äinbergruppen biefel birtuofen Stechnilerl, mit bem mir beceitl 
ben Uebergang ju einer anbern nationalen tünfebauung bolljogen 
haben.
	        
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