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Full text: Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

$ie beutfdje 3Jiateret. 
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ißroteftationen gegen ein neues UnterricbtSgefetj ober bergleidjen 
mit jener falbungSo ollen Qmpertinenj Dorjutragen, welche allen 
alten SBeibern mit unb ohne Unterrod jo gewaltig ju imponiren 
pflegt. 3ft biefe fleritale §eetf<haar mit ihrem oeijopften 5[5l)ilijter= 
fchweif unjtreitig mehr ergöglich als erbaulich, jo tann man 
ihr boch frappante ©ahrheit jo Wenig abfprecfjen, als eine 
glanjenbe Sechnit. 
2Hit terngefunbem §umor weijj enblitb ©rüjner baS oie(= 
beliebte Sterna beS iPfaffenthumS auSsubeuten, jo in feinem 
felig neben „bem ©chag, ber ihm am tiebften ift," bem 2Bein= 
faffe, entschlafenen ißater Äellermeifter eines .ffapuäinertlofterS, 
oor meinem ber oon einem mageren unb gallig fanatifcben ijfater 
3>gnatiuS lierbeigemfene toicfe ©uarbian mit einem unbefchreib= 
liehen SluSbrud offijieU frommen SebauernS über bie ©d)Wäd)e 
beS gletfcheS in ber menfchlichen dtatur ftebt, eine Schwache, 
bie er offenbar feljr genau tennt. Sringt ©rüjner aber noch 
mehrere, immer mit gleich grünblich ju treffenbet GljaraEteriftif 
unb oollenbeter SDteifterfc^aft gemalte Silber biefer 2lrt, fo 
müffen wir uns leiber oon feinen immer burftigen Äopitjinern 
trennen, um uns einer anbern Variante beS ShentaS in §offS 
brillant gemaltem 9tococo;if5alaftgemads jujuwenben, wo eine 
oornehme Same, mit ©puren oergangener ©djönheit unb alter 
©ünben auf bem ©efichte, bie ibjre heutigen betfchweftrigen 
Dieigungcn genügenb ertlaren, eben Dom jefuitifdjen Seid)toater 
in SeftamentSangelegenheiten bearbeitet wirb. 3Benn man wollte, 
fo tonnte man ©mit SlbamS luftige rotbbefradte 3>agbgefellfchaft 
oon Saoalieren, Samen unb trefflich gemalten Sfetben faft als 
baS Sorfpiet biefeS SilbeS gelten taffen, wie benn bie gemachten 
3agbfeenen ja gar oft beim Seichtoater enben, bie ©rinnerung 
an gejehoffene Sode feit je oon ber Äirche auSgebeutet würbe. 
2tud) im ©rünen, wie bie legieren, jeigt fich uns UltartinS 
hübfcheS „SBatbfrdutein", bie eS fegr im Ungewiffen lagt, wo 
fie früher S££>ee getrunten. Qn ber boch fo bantbaren Sar= 
ftellung fold£?er ©injelfiguren leiftet bie beutfdje Äunft im Sanken 
noch oiel ju wenig unb wirb fn^ oon ber fran^öfifchen aller= 
bingS weit überboten, ©elbft im Portrait bringen bie granjofen 
unb Selgier im ©anjen mehr gebiegene, fein burdjgebitbete 
Seiftungen, wenn auch nicht talentoollere, wie benn unter ben
	        
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