MAK

Full text: Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

, $if bcutfdje ffialcm. 
115 
•Runft werte fcpuf, felbev feit fahren tränt unb gelähmt bar» 
nieber tiegenb, fie anS ©optm gefeffelt mühfam beroorbringen 
mupte? itnb boeb ift gerabe ihre ungefchmintte terngefunbe 
Schitberung rote bag feiner oft erwähnten SRitftrebenben bag 
fepönfte 3eugnip beg ungebeuern fyortfebtritt^, ben bie SoltS» 
feete bei ung feit jroei Qahrlnmberten in ihrer Entwidlung jum 
Sewuptfein, ju höherer SRenfchlichteit gemaiht hat! 
Secpntfch ab unb ju oielleicht noch Bollenbeter, roenn auch 
nicht fo bag tieffte ©emütf) berübrenb, erblichen roir ben füleifter 
in feinem neueften Sßerte, bem „ißreigpferb" ober ber SRüdfehr 
Bom SRünctmer Oftoberfeft. Sag figurenreiche 93üb gehört ohne 
Qroeifet 31t beg UReifterg forgfättigften Strbeiten unb hat in 
reichem 2Raf jene Sorjüge, bie ihn fo rafch unter bie erften 
Sorfgefchichtenmaler geftellt, befonberg jenen tReicpthum Bon an 
fi<b fchon ebenfo roahr empfunbenen, als ber Sage überrafchenb 
entfpredfenben Eharatteren. 
3u biefen jählt hier in erfter Sinie bie ^»auptperfon beg 
SSilbeS, ber glüdlicpe tRenner felber. ©eineg 3eicheng ein bider, 
fchroerfättiger, roohtgenährter ftarrengaul, jeigt er, obwohl fcpön 
gefchmüctt mit rofenrothen ©chleifen, in feinem ©lieberbau hoch 
nur eine überaus entfernte Serwanbtfcpaft mit feinen arabifepen 
SSettern. 3m füllen Sewuptfein feineg SerbienfteS ftept er 
a(g §elb beg Sage» ebenfo anfprucpSloS atg unnerfennbar wopl» 
gefällig, in füpe Erinnerungen an genoffenen §aber ober ge» 
fehenc ©tuten Bertoren, umbrängt unb bemunbert Born halben 
Sorf, breitbeinig in ber 2Ritte ber ©affe. 2Ran bentt unwitl» 
türtid) an fpeine’S tnorrigen gieptenbaum, ber non einer fd)tanten 
ijBalme träumt unb babei ebenfo einfaltig ehrlich, fo gar nicht 
biftinguirt augfah wie unfer Jtappe. -Reben ihm, ihn führenb, 
ber ©tallfnecpt, mit höchft gtüdlichem @efid)t, ba er pä ift, ber 
ben ftolgen ©ieger fo p«auggefüttert, bap er alle nierbeinigen 
SBettbewerber hinter fich gelaffen. Ebenfalls mehr burch ©eeten» 
atg burch 3armenf<hönpeit gtänjenb, wie fein habernertitgenber 
3ögling, erjäplt er bie SRntpe nom gropen Erfolge beffetben 
ben Umftehenben, bie non ben Slumen feiner SBerebfamteit 
nicht Wenig erbaut fcheinen. Er ift um fo gepöbener, atg er 
bei biefer ©elegenpeit ber älufmertfamteit ber nornehmften Säuern 
gewürbigt wirb, Bon benen aber ber eine eben mit boshafter ©e--
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.