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MAK

Full text : Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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2>ic  beutfcfjc  9.T!n(trci.

noch  befiel-,  finb  mächtiger  unb  ebter  auf  gef  aßt,  als  alle  übrigen
Porträte  ber  beiben.  Stucb  als  SSßernevä  2Rclt!e  im  Stubier*
jimmer,  ber  weit  nicht  fo  glücflicb  ifi,  als  ber  »or  5ßari§.
Steffel  bat  einen  offenbar  preuftifdien  ^ringen  gegeben  311  fißferbe,
elegant  unb  gewiß  ähnlich,  wenn  auch  ber  Saul  im  ©runbe  im
terefianter  auSfiebt,  als  fein  Dfeiter.  ßbenbeßbalb  finb  mir  aurf)
feine  beiben  ißferbeportraitS  ebne  [Reiter  lieber.  $011  ben
fonftigen  IßortraitS  ift  eins  »on  SRöting  burdi  feine  meifterfiafte
©baralteriftil,  eine  grau  im  weißen  fleibe  pon  Siebter,  burd)
ben  angenehmen  3luSbrud  unb  garbenjauber  befonberS  interefiant.
lud)  gr.  taulbacb,  ©räf,  §ilbebranbt  unb  befonberS  Scbolj  in
Sresben,  haben  feböne  Arbeiten  ber  31rt,  bie  nur  alle  mehr
ober  weniger  an  einer  gewiffen  SRüchternbeit  halb  ber  6ompofitiort,
  bod)  mcift  ber  gärbung  leiben,  weil  fie  fid)  nie  genug
auf  bie  Benüßung  beS  fjellbunfelS  »erflehen.  [Recht  hübfd)  ift
ein  gamilienbilb  »on  [ßaulfen,  eine  elegante  junge  ÜRutter,  bie
;wei  bitte  greunbinnen  ihren  drftgeborenen  präfentirt,  wobei
tiefe  natürlich  in  baS  obligate  ©ntjüden  über  feine  Schönheit
auSbrecfien,  welche  bie  babinterftebenbe  3lmme  mit  Stolj  auf
ihre  [Rechnung  fchreibt.  2)aS  Bilb  ift  fo  norbbeutfeh,  baß  eS
felbft,  wenn  e»  nicht  fo  »iel  befier  gejeichnet  unb  befonberS  colorirt
wäre,  als  ber  berühmte  Stee»enS  immer  noch  ©lüd  machen
müfitc.  3Iucb  älmbergä  elegante  SSorleferin  einer  romantifdjen
©efebiebte  im  Sßalbe,  ber  aubere  Badfifcbe  in  bödfiter  Spannung
juhören,  ift  Ifilbfcb  erfunben.
~odi  liegt  ber  Scbwerpunft  ber  norbbeutfehen  SluSftellung
offenbar  nicht  an  ber  gang  wie  bie  SSBiener  etwa®  äerfahrenen
unb  mobernen  berliner  fünft,  wie  achtbar  auch  oiele»  baoon
fei,  fonbern  in  Süffelborf,  unb  ihre  eigentlich  allein  flaffifcben
perlen  finb  nicht  bie  großen  bißorifeben  ©emälbe,  ein  wie  bebeutenber
  tedmifeber  gortfefiritt  fich  auch  unläugbar  bei  ihnen
jeige,  fonbern  bie  {[einen  ©enrebilber  eines  fnauS  unb  35autier
  u.  3t.  m.,  ju  beiten  ich  nun  übergehe.  Sicfe  aber  fueben
ihre»  gleichen  »ergeben»  in  ber  gangen  SluSfteUung,  eS  wäre
beim  bei  gSaffini,  benn  felbft  2)efregger  fteht  ihnen  Wohl
an  Begabung,  aber  ganj  gewiß  nicht  an  fünft-lerifcher  31uSbilbung
  ober  2Beite  be»  ,5orijontS  gleich,  wie  id)  mich  bei
näherer  ltnterfuchung  benit  boch  halb  überjeugen  mußte.  @S
            
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