158
3>ie Malerei ber Äleinjiaatcn.
HTCarft berechneten Spefulation, bis jum feinften fünftIerifdjen
©efübl mecbfelnben fdhtneigerifdhen fiunftwerfen. 3fur bap bie
fpefulatioe, wenn auch nichts weniger als pbilofopbifdje 9Jicb*
tung in bem großen ©aale etwas ju fef>r »orljerrfdjt.
3)afür enthält er in SautierS Segräbnip eines ber (oft*
barften Äunftmerfe ber galten älusftellung. Sie Gompofttion
ift ber beS ftnauS’fcben SilbeS auffallenb ähnlich in ber SiSpofition;
auch hier jur fRecbten baS SauernbauS, aus beffen erftem
©toef ber ©arg auf einer Freitreppe eben hevabgefchafft wirb,
unb oorne bie fchWarge Sabre, auf bie er gefaben Werben foü,
bie bem Sanken feine Signatur gibt. 2lber eS ift ein feböner
.perbfttag in einem blübenben unb moblbabenben SDlarfgräfler
Scrf, wo mit ben anbern auch biep SBIatt oom Saum beS
SebenS fiel, eS ift auch fein Äinb, fonbern bas Famifienbaupt,
baS jefst oon ber troftloS mit ben Äinbern im Sorbergrunbe
ftebenben grau beweint wirb. 3b* gegenüber bie leibtragenben
ffiadbbarn in einer groben ganj wunberbar fein ebarafterifirten
©ruppe oon fWännem, bie oorne bureb eine gufäHig non ber
airbeit gefommene ältere, überaus granbioS gebaute Säuerin
mit ihrem SRäbdben aufs allerglücflicbfte abgefdbloffen wirb,
•hinter ihr hält ber ©emeinbebiener bie halb neugierig, halb
tbeilnabmSooU jufammengelaufenen Sorffinber junid, unter
benen mir, wie unter ben Freunben beS Serftorbenen, ben 2luSbruef
ber bis gum ©cbmerj gefteigerten Sbeilnabme in ben
mannigfaebften SRobififationen, mit einer wunberbaren Äraft unb
Feinbeit auSgebrücft finben. Sabei bie Zeichnung im ©anjen,
bem febönen Solfsfcblag unb bem woblbäbigeren SluSfeben beS
£anbeS entfprecbenb, größer unb ebler atS bei ftnauS, bie
Surcbbilbung alle» (Einzelnen, befonber» ber Äöpfe, oon fo
groper Feinheit, wie fie ber fÖieifter noch nie erreicht. 2Ran
glaubt jebem ber Sargefteilten inS §erg ju feben, fein 3>nner*
fteS wie feine ©efebiebte ju fennen unb wirb oon ber ©cbilbe*
rung befriebigt, ja gehoben, weil ein leifer, aber überall burcb ;
gebenber ibealer ^jauch alles ©törenbe unb ©emeine beseitigt,
hat baS Silb in all biefen Singen oor ftnauS oft felbft fepr
siel oorauS, fo ftebt eS nur in ber colorifiifcben Stimmung
weit hinter ihm jurücf, obwohl überaus fein unb barmonijeb
in filbergrauen Jonen burchgefübrt, offenbart eS eigentlich