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MAK

Full text : Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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3>ie  Malerei  ber  Äleinjiaatcn.

HTCarft  berechneten  Spefulation,  bis  jum  feinften  fünftIerifdjen
©efübl  mecbfelnben  fdhtneigerifdhen  fiunftwerfen.  3fur  bap  bie
fpefulatioe,  wenn  auch  nichts  weniger  als  pbilofopbifdje  9Jicb*
tung  in  bem  großen  ©aale  etwas  ju  fef>r  »orljerrfdjt.
3)afür  enthält  er  in  SautierS  Segräbnip  eines  ber  (oft*
barften  Äunftmerfe  ber  galten  älusftellung.  Sie  Gompofttion
ift  ber  beS  ftnauS’fcben  SilbeS  auffallenb  ähnlich  in  ber  SiSpofition;
  auch  hier  jur  fRecbten  baS  SauernbauS,  aus  beffen  erftem
©toef  ber  ©arg  auf  einer  Freitreppe  eben  hevabgefchafft  wirb,
unb  oorne  bie  fchWarge  Sabre,  auf  bie  er  gefaben  Werben  foü,
bie  bem  Sanken  feine  Signatur  gibt.  2lber  eS  ift  ein  feböner
.perbfttag  in  einem  blübenben  unb  moblbabenben  SDlarfgräfler
Scrf,  wo  mit  ben  anbern  auch  biep  SBIatt  oom  Saum  beS
SebenS  fiel,  eS  ift  auch  fein  Äinb,  fonbern  bas  Famifienbaupt,
baS  jefst  oon  ber  troftloS  mit  ben  Äinbern  im  Sorbergrunbe
ftebenben  grau  beweint  wirb.  3b*  gegenüber  bie  leibtragenben
ffiadbbarn  in  einer  groben  ganj  wunberbar  fein  ebarafterifirten
©ruppe  oon  fWännem,  bie  oorne  bureb  eine  gufäHig  non  ber
airbeit  gefommene  ältere,  überaus  granbioS  gebaute  Säuerin
mit  ihrem  SRäbdben  aufs  allerglücflicbfte  abgefdbloffen  wirb,
•hinter  ihr  hält  ber  ©emeinbebiener  bie  halb  neugierig,  halb
tbeilnabmSooU  jufammengelaufenen  Sorffinber  junid,  unter
benen  mir,  wie  unter  ben  Freunben  beS  Serftorbenen,  ben  2luSbruef
  ber  bis  gum  ©cbmerj  gefteigerten  Sbeilnabme  in  ben
mannigfaebften  SRobififationen,  mit  einer  wunberbaren  Äraft  unb
Feinbeit  auSgebrücft  finben.  Sabei  bie  Zeichnung  im  ©anjen,
bem  febönen  Solfsfcblag  unb  bem  woblbäbigeren  SluSfeben  beS
£anbeS  entfprecbenb,  größer  unb  ebler  atS  bei  ftnauS,  bie
Surcbbilbung  alle»  (Einzelnen,  befonber»  ber  Äöpfe,  oon  fo
groper  Feinheit,  wie  fie  ber  fÖieifter  noch  nie  erreicht.  2Ran
glaubt  jebem  ber  Sargefteilten  inS  §erg  ju  feben,  fein  3>nner*
fteS  wie  feine  ©efebiebte  ju  fennen  unb  wirb  oon  ber  ©cbilbe*
rung  befriebigt,  ja  gehoben,  weil  ein  leifer,  aber  überall  burcb ;
gebenber  ibealer  ^jauch  alles  ©törenbe  unb  ©emeine  beseitigt,
hat  baS  Silb  in  all  biefen  Singen  oor  ftnauS  oft  felbft  fepr
siel  oorauS,  fo  ftebt  eS  nur  in  ber  colorifiifcben  Stimmung
weit  hinter  ihm  jurücf,  obwohl  überaus  fein  unb  barmonijeb
in  filbergrauen  Jonen  burchgefübrt,  offenbart  eS  eigentlich
            
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