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Full text: Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

Sie cnglifdjc fflJalcret. 
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torüben übet’m ftanal auf geführt wirb, in mertwürbigem ©egenfaß 
fteben, wie man ba§ aus bcr jeftt ju beginnenben Sefprecßung 
ber einzelnen SBerfe leicßt entnehmen tann. 
Ob eS baßon ßerrüßrt, baß bie englifrfje Äunft bem 
(Irßabenen überhaupt fremb geworben, wenn fie lein ober nur 
ein paar unbebeutenbe retigiöfe Satonbilber bringt, ober ob 
man it>r teine aufgab, weil man ißr nic^t bie gäßigteit baju 
Zutraute, ift feßwet zu entfeßeiben, jebenfaltS war baS äkbürfniß 
barnad) überaus Hein, fonft ßätte fie gewiß Welche. Slntite 
2Jlt)tße ßaben wenigftenS ber feßon erwähnte Seigßtou, jebenfalls 
einer ber bebeutenbften englifeßen Äünftler, unb groft gebraut. 
Seigßton ein ©eobuluS unb Eleobula betiteltes SBilbcßen, wo 
ber (Srftere, eine mir nießt betannte bärtige ifkrfönlicßteit, feiner 
$ocßter ober grau, ober Scßwefter, benn baS alles tonnte fie 
fein, fcßaltßaft znfprießt. Sie I?at aber offenbar ben Sopf auf= 
gefegt, wie baS in ber antiten Sßelt auch bisweilen oorgetommen 
fein fotl unb feßaut fcßelmifcß jur 6rbe, überlegenb ob fie ißm 
folgen wolle ober nid)t. Scheint fie ein Bezogener 33alg, fo tann 
baS wcnigftenS Stiemanb wunbern, ba fie fo reijeub Ijübfct? ift, 
baß fdgon etwas baju gehören Würbe if)r ju wiberfteßen. $aS 
'Bilb ift nicht nur Bortrefflicß componirt unb gezeichnet, fonbern 
auch fo gart, fotett unb boch folib, in feinem Silberton gemalt, 
baß man nur bebauern tann, wenn biefer hochbegabte Jtünftler, 
einft einer ber talentBollften Schüler Steinle’S in grantfurt, 
fich nicht größeren Stufgaben wibmet. 3ßielleid)t ßat er inbeg 
recht, benn eine lebensgroße Stäbcßenfigur ift nicht fo gut, 
fonbern ju füß, wenn auch geiftreich gemacht. 
groft ßat ein antitifirenbeS Stärcßen, Una unter ben 
SBalbnpmpßen betitelt, gebracht, etwa in bem Stpl, in bem 5ßoufiin 
berartige Stoffe malt unb nicht Biel f<hle<htcr. Una ift eine 
Berirrte Bomehme £abp, ber eS in ber wilben ©efellfdtaft, bie 
einer Bacdßantenbanbe am meiften gleich fielet, ein wenig un= 
heimlich Bortömmt, obwohl fie mit großer SXufmerffamteit bc= 
hanbelt wirb. SGöie man benn biefer ganzen englifchen ßunft 
begreiflich alles eher nachfagen tann, als ben Stängel an Secenj, 
ba fie im ©egcntßeit bie geigenblätter in ganzen SBälbern wachfen 
läßt, unb aller SBaßrfcßeinliibteit nach bis ßeute nicht e r f a ß ren 
hat, wie ein SBäbcßen auSfießt. @S Wäre benn in jener Stifcßung
	        
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