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Full text: Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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$k itaüeniföc Süolerci. 
ift auch ein anbereS. ©üb biefer ©attung non Montana „bie- 
©rautfcßau" betitelt, »o ficß in einer 2lrt ruffifcßer ©abeanftalt 
biefe ben tüeiblidjen ©ermanbten bei ©räutigamS im (foftüm bei* 
©na, altem ©ebraucße folgenb, jeigt, unb non biefen fehr neugierig,, 
ja inquifitorifd? betrachtet mirb. Slbgefehcn non bem »iberlicßen 
Sujet ift bie ©eugier ber ®amen, mie baS ^ellbunlel be» 
SimmerS, überhaupt nortrefflich gemalt, unb ber lichtoolle ftör= 
per, wie ber ©cßnee, ber braunen auf ben Fächern liegt, bringt 
eine febr pilante SBirfung hernor. 
Umgefebrt in bie fengenbc ©luth be» Orient» führt unS 
ein großes ©ilb beS Florentiners Uffi, ben Slbgang ber großen 
Äaratnane non Äairo nach SDleHa in einer unjählige Figuren 
jeigenben ©roceffion barftellenb. ©ie gibt unS in ihren 3)er= 
tnifcben unb SBallfahreru, abgefehen nom frembartigen be» 
ßoftümS unb ber 3utfmt ber ©chlangenbefdhtnörer unb ©auller 
aller 2lrt, fotnie ber gan; ©errüdten, ein ©ilb ber abenteuere 
lichften ©erbummung ber ©tenfcßheit burch ben religiöfen Fana^ 
tiSmuS, bem eine fehr frappante lefmlidhleit mit unfern ©rc= 
ceffionen unb SBallfahrten leineSmegS abgefprocßen inerben fann. 
UebrigenS ift baS ©ilb offenbar mit auSgebeßnter Senüßung. 
non ©ßotograpbieu fehr fonnig unb hoch bannonifd) gemalt 
unb gefchicft componirt. 
ÄriegSfcenen gibt eS mehrere, bie frappantcfte ift eine 
©ajonnet = Slttafe in oollem Sauf non italienifchen ©erfaglieri’S- 
lebensgroß auf ben ©efcßauer ftürjenb non ©ammarano. 2>er 
fehr aphoriftifche Äatalog gibt barüber leine SluSfunft, fonbern 
fpricht bloß non einem ©ounenir an ben 20. Sept. 1870,. 
an bem ©om nach furjem ©efecßt befeßt marb. — $ie in 
ber ©onne glühenben Jferle, »elcße non bem heftigften Flintem 
feuer empfangen tnerben, unter bem ber Trompeter eben 3m 
fammenftürjt, finb fehr gut gemalt, nur baß fie, »ie befom 
bcrS ein alter ©urfcße unter ihnen, cttnaS förmlich fcßalalartigeS 
haben. 
2lm fdjlimmften unter allen Italienern geht e» {ebenfalls 
bem ©e galantuomo felber fo oft er auch auftritt, ju ©ferbe,. 
nor bem 2©ron mit ©aribalbi, »o er auffallenb bem befannten 
„fioloß mit thönernen Füßen" gleicht, in ©ontpcji, beim ßinjug 
in ©om unb als ©ruftbilb, aber immer mehr als ©lepßant,
	        
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