MAK

Full text: Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

(Einleitung. g 
fxiftcn älftcn nur „SlemiS" ftatt Speifefavten oorgelcgt bc= 
tommen. 
Sie Sßiebererringung unterer beutfeben Selbftftänbigteit 
ging ja betanntlicb auch gar nicht non ben ©olbaten, ober non 
ben dürften bie fie lenften au«, fonbern non beit nttfjftanbek 
ten Poeten unb ^bilofobben, non ben äurüdgefefeten .tünftlern, 
non Sefftng unb Äant, Schiller unb ©oetbe, DKojart unb 3Beetl;onen. 
©ie waren e« ja, bie juerft bie £errf<baft be« fransöftfeben unb 
italienifchen ©efhntad« bei un« brachen, un« mieber eine felbft- 
ftänbige Äultur fcbmfen, unjeretn eigenften ffiefen in unftcrb= 
lieben Äunftwerfen einen Sluäbruct non nollenbeter Schönheit 
gaben unb un« jo bie geiftige greibeit wieber eroberten. 3ia<h= 
bem ber beutfefje ©eniu« biefe erft wieber gewonnen, fid) feine 
eigenen 3>beale gefebaffen butte, tonnte bie Grringung ber äujjer= 
lieben b. b- politifeben, wie ber nationalen (Selbftftänbigleit 
unb Ginbeit nur eine grage ber Seit fein. 3ßic grofi unb ntä<b= 
t’Ü auch bie politifcfje (Schöpfung be« neuen Seutfcbcn Oiciche« 
baftebe, fo tönnen wir bod) mit berechtigtem Stoljc fagcit, baf 
c« nicht« al« ber boUfommen entfpreebenbe ftaatlicbc Slusbrucf 
untere« innerften äBefen«, unterer materiellen unb geiftigen 
Kräfte, bie enblicbe (Srreidwng eine« lange Derber getannten 
Siele« fei. 
3ft boeb biefe« SKcich eine gönn, bie ihrem ©cbalt aud) 
bann entfpriebt, baf fte ganj entfebieben nodt nicht in allen 
^heilen Dollenbet ift. $enn wenn wir in SReligion unb ißbilo= 
fopbie, in ber 2Biffenfd)aft wie in ber febönen Siteratur unb 
fOtufif, tut« eine« reidteit, unDergänglicbeit Sefige«, ber oollften 
öelbftftänbigteit rübmen tonnen, fo war bieg boch gerabc in 
bem SSereicb ber bitbenben fünfte lange nur bebingt, unb in 
bem ihrer Sdtülerin, ber gnbuftrie, eigentlich faft gar nicht ber 
gall, bie bi« oor ludern böcbft bettelbaft lebiglid) Dom älbbub 
ber franjöfifchen ober auch englifchen SCafeln lebte. Sft hier 
alfo ber ScfreiungSproceb im ©egentbeil erft im Dollen ©ange, 
fo Derbieut er eben befbalb, weil ber ©rab ]eine« bi«bcrigcn 
©dingen« fo febr geeignet ift, einen SJtajsftab für ttnfere natio= 
nale £eben«traft abjugeben, bie ungetbeiltefte Slufmertfamteit 
aller bettfenben ißatrioten. 
®r Derlangt aber noch mehr, er forbert ihre bewufete unb
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.