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Full text: Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Xie nortctidjeit Staaten. 
aucfe ifere Vertreter getrötjnlid? Scfemieb ober SBagner, nach 
Umftänben auch Samberger ober Satfcfe fjei^en, roaS bann 
gcroöbnlicb äkmberp ober Satcfearp ausgefprocfeen toirb. 
3<fe weife nicfet, ob DJlunfacfp für funbigere Etpmologen 
ftcb cttoa nicfet aucfe nocfe als 2Jtunf nacferoeife'n läßt, aber baS 
ftefet jebenfalis feft, bafe er, gteicfeoiel ob feine «Borfaferen baS 
Diinbfteifcfe am §erb ober unterm «Sattel gar gefocfet feaben, jeben= 
falls bermal ber befte ungarifcbe SHaler ift. Unb baS obgleich 
er un]treitig ju ben Sögeln gehört, bie nur eine ÜMobie pfeifen, 
benn fein Transport oon 3lacfetfcfemärmern, feine Butterfrau, 
ber betrunfene Scfeneiber unb felbft bie äBalblanbfcfeaft im £erbft 
jeigen genau biefelbe Stimmung. 3tber biefe -Kelobie ift fchön, 
oon einer eigenthümlich toilben, halb barbarifcfeen Tonart, ge= 
rabe fo mie bie Scala ber oott ifem bargeftellten Smpfinbungen 
fich PorjugSmeife jmifcfeen Diaufch unb Äafeenjammer fein unb 
her ju bercegen fcfeeint. beginnen mir mit bem erfteren, b. fe- 
bem erleuchteten Schneiber. Befanntlicfe fann man oor lauter 
Erleuchtung auch gar nichts mefer fefeen, mie baS felbft fefer 
grofeen Herren oft paffiren foll. 3fn biefem gefteigerten Stabium 
fcfeeint ber §elb ber 3label ficfe ju befinben, ber eben feiner 
3rau üon einem tfeeilnefemenben greunbe ins 3intmer geftellt 
mirb, ofene bafe mir irgenb eine ©arantie bafür übernehmen 
möchten, bafe er ba ftefeen bleiben ober mit ben gläfernen Bliden 
fein järtlicfeeS ©entafel auch nur mit SBeftimmtfeeit mafernehmen 
roerbe. ES ift baS nicfet ohne Bortfeeile für ihn, benn bie in 
ber ärmlichen Stube eben mit bem Stillen beS einen ftinbes 
befcfeäftige Efeefeälfte fcfeeint für folcfee ißfingftfefte nur überaus 
mittelmäfeige Spmpatfeie ju haben. 3m Uehrigen fiefet fie fo 
fcfemufeig unb äerlumpt aus, bafe man ifer faum piel mehr ju= 
traut als bem ©atten, ber offenbar beutfcfeer ülbftammung, ficfe 
biefe buftige magparifcfee ^aibeblume erliefen. 
öiefet beS ScfeneiberS Elpfium trofe feines angeheiterten 
3uftanbeS äufeerft trübfelig auS, fo mufe aucfe baS Buttermacfeen 
ein fefer melancfeolifcfeeS ©efcfeäft fein, ba bie Üllte, bie eS auf 
bem ätociten «Silbe betreibt, mie bas 2Jläbcfeen, baS ifer babei 
affiftirt, 33eibe fo mürrifcfe auSfefeen, als man nur fann, roenn 
man entmeber fcfeon oier Stunben ®lobell geftanben, ober bie 
Butter noch immer, nicfet gerinnen mill.
	        
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