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Full text: Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

Deftreicf). 
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fefw tüchtige, ja bisweilen auffallenb gelungene garhenbrucfe. 
©peciell finb bie Sanbfrfjaften ber elfteren, bie p betn SBerte 
über bie Balearen üon ©rj^ergog Subtoig Saloator gebären unb 
bon Sellenp !C. gejeidmet finb, oft ganj bortrefflidh. SefonberS 
auch beffltalb, weit fie ficb innerhalb mäßiger unb oon ber 
Statur ber SechniE »orgejetd^neter ©renjen halten, b. h* int £on 
nidit über bette Stguarelte hinausgehen. SBitt man mit bem 
garbenbruct bie 2nefe ber Oelbilber erreichen, fo wirb man meift 
braun unb fchwer, ba eS bann faft unmöglich ift, fi<h bie 
grauen ÜEöne p erhalten. Ueberbiefi brauchen biefe ®rucfc meift 
»iel ju oiete glatten. ätuch 3amarSEi hat manches ©ute. 
3m ÄupferbrucE geht baS t. t. militärgeographifche ^nftitut 
in feinen auSgeftellten Seiftungen im Sartenfach wicht über baS 
©ewöhnliche hinaus unb bleibt j. S. weit hinter ber bewunbe= 
rungSwürbigen ©eneratftabSEarte ber Sdjweiä bon ®ufour p= 
rücE, bafür gibt eS aber wirElich auffattenb gelungene tpelio= 
grapfnen, b. h- Photographifche Uebertragungen alter Supfer; 
fliehe auf eine Steinplatte. 3>nt SunftblätterbrucE leiften bann 
bie beiben SupferbrucEereien bon Sargt unb Saefer anfcheinenb 
recht ©uteS. 
Sehr groß ift begreiflich bie JbätigEeit ber ^Photographie, 
obwopt ich auch hier nicht auf auffaltenbe ober nur fonft fehr 
treffliche Seiftungen in meiner allerbingS flüchtigen Stebue ge* 
ftojten bin. — $enn bie wirtlich gans auSgejeidpeten 5te> 
probuftionen oon ben Silbern beö Seloebere, welche bei SltiethEe 
unb SBaWra publicirt werben, ftnb offenbar bei SrucEmann in 
ÜHünchen gebrucEt, ber überhaupt in biefem gach biel rühriger 
fcheint. 3ln tportraiten habe ich gute oon SeuEharbt, 3age= 
mann, Slbele, Stabenbing, bann wohl bie beften oon Slngerer 
gefehen. Obwohl auch hier baS leibige Seftreben ber tPhoto= 
graphie fo überhanb nimmt, bie ©rüde burch Stetouchiren 
allemal umarbeiten unb berbeffern p wollen, b. h- fre ebenfo; 
Wohl um ben Steij unmittelbarer boEumentarifcber SBahrheit, 
als auch ben ber wunberbaren Reinheit ber Staturwiebergabe p 
bringen. Qtoei drittel, ja neun 3ehntel unferer heutigen $Ph° : 
tographien finb nichts Weniger als ein genaues Spiegelbilb ber 
Statur mehr, fonbern eine lebiglich bom Stetoucpeur oerbefferte, 
b. h- um alle Reinheit gebrachte Statur. Um fo mehr als er
	        
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