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MAK

Full text : Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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2tn§  bciitfcfjc  3lcid).

fann  mir  ihn  nur  burch  bcn  mangelnben  garbenfinn  erttärcn,
fonft  mürbe  man  gemiß  nicht  ben  stiften  unb  ^gleich,  meitn
mattirt,  fanfteften  Stoff,  tünftlih  um  btefe  (Sigenfdjaftcn  bringen.
3m  ©anjen  bod)  bie  beften  Slrbeiten  haben  bann  SBotb
golb  unb  Sohn,  St)  unb  SBagner,  fpoffauer  in  Söerlin,  oft  mit
fetir  guten  giguren,  nur  faft  immer  mit  einer  ju  fieiuticb
magern  Ornamentit  unb  ju  gleichmäßig  unruhigem  SBefen.  Ser
©rftgenannte  bringt  hübfh  cmaiüirte  ©efäffe,  bie  giguren  fiub  bei
alten  breien  bag  33efte  unb  bie  Oppbaticn,  bie  Sehanbtung  beä
Song  ber  »erfhiebenen  Stoffe,  alfo  ber  malerifhe  Saftet!,  herbei ­
  ben  granjofen  immer  fo  oortrefflih,  meitang  ber  fhlchtefte.
Sfßir  haben  nirgenbg  meber  bei  ber  SBergolbung  noch  beim  Sitber
  jene  teudhtenben  unb  bod)  matten  Söne  heroorgcbradü,  bie
attem  gteifch  bei  ben  granjofen  eine  fo  angenehme  unb  feine
28irfung  geben,  dergleichen  Singe  tönnte  man  aber  nacbgerabe
hoch  lernen.  —  SBoltenmeber  in  fötünhen  bringt  eine  fehr  fchöne
ooate  Serrine  in  SRenaiffance,  gut  gearbeitete  2luffäße  unb  rßotäte
  nach  Shmäbelg  3eid)ttung  »on  §atbreitcr  fehr  gefchidt
cifetirt  unb  getrieben,  nur  atteg,  mie  aud)  bie  oon  'fihantafie
unb  ©efchid  überfprubelnben  fötale  unb  Safelauffäße  Sretingg
ju  fleintich  unb  unruhig.  §übfd)e,  nur  oiel  ju  ftarf  orpbirte
©efäffe,  bringen  bann  auch  noch  Gtmharbt  unb  Söhne  in
Schm,  ©münb,  ©.  Shü|  fehr  artige  giligranarbeiten,  griebr.
9-Rilter  aug  München  ein  reijenbeg  Qumelenfäftchen  im  Dtenaiffanceftt)l.
  SBeitaug  bag  23efriebigenbfte  unb  mirtlich  eine  gaitj  chars
mante  Speciatität,  mie  fie  nirgenbg  übertroffen,  fetten  erreicht
mirb,  finb  bie  emaillirten  23ronje=  unb  Silbergefäffe  unb  Ätein*
geräthe  alter  2lrt  »on  Sußmann  unb  fRabene.  §ier  finbet
man  enblich  einmal  groben  feinen  garbenfinng  unb  ich  möchte
jebermann  auf  biefe  perlen  bcutfher  2lrt  unb  $unft  aufmerf;
fam  mähen.  Uebrigeng  fetten  fie  ihre  Gpiftenä  mie  faft  atteg
Sebengträftige  auf  ber  Slugftettung  üoräuggmeife  ber  Ginmirtung
cineg  Gßefg  ber  girma  »erbanten.  —  Ueberhaupt  brauht  fih
biefe  gange  ißrebuftion  nur  noh  ein  ganj  tlein  menig  mehr  ju
fteigern,  einzelne  grobe  ©efd)macJgfehler  abjutegen,  um  ebenfo
eigenthümüh  alg  merthootl  ju  merben,  mag  mir  auf  bem  beliebten
  SBege  ber  bireJten  iRahahmung  ber  granpfen  fihertih
nie  erreichen.  Um  fo  mehr  aber  ift  eg  ju  empfehlen,  ung  ctmag
            
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