VI.
Jtaiien.
Qe zweifelhafter es bei ber Hunft ift, ob Italien feit 1867
irgcnb welche jyortfchritte gemacht habe, um fo weniger ift biefl
bei ber ftunftinbuftrie ju beftreiten. §ier fommt ben Italienern
ihre grofje natürliche Begabung unb ©efdjidlichleit ebenfo ju
jjjütfe, al» ihnen bie Slbwefenbeit eines eigentlichen ibealen ©ehalte-,
bie gemiffeSeere ihres Innern, nadh ber Erreichung ber
großen nationalen Aufgabe, bei ber Äunft im Sßege fteht.
Slterfwürbigerweife ift l;ier auch bon jener Faulheit, bie
fidj in ber ÜJlalerei fo auffallenb auSfpricfit, nidht bie Spur
jii bemerlen, fie befchämen unfere fümmtlichen Arbeiter unb
Äünftler gerabe burch ben unenblichen Eifer, bie grenzenlofe
Sorgfalt, bie fie befonberS an bie öujjerfte SBollenbung ihrer
Schnitzereien 311 wenben wiffen.
Sa bie italienifche Eommiffion ober bie Schlepperei ber
SluSfteller eS bis heute nur 2. Quti nicht ermöglicht hat, bie
aibtheilung ber graphifchen fünfte ju eröffnen, fo fange ich
gleich mit einem Sweige ihrer Shätigleit an, ber in wenigen
fahren einen auffallenben äluffdjwung genommen, mit ben
33ronzen= unb fonftigen Slletallarbeiten. — §ier treffen wir oon
ber füblichen 3wifcbengalerie eintretenb gleich auf bie herrlichen
SfJachbilbungen ihrer alten Slletallarbeiten, wie fie SJlichieli u. Eie.
in ^Beliebig jel^t in ganz auffattenber Schönheit liefern, fo jene
herrlichen Eanbelaber, wie man fie zu Sknebig in S. ©iorgio,
in S. Slntonio oon $abua oon Sizjio u. a. trifft, bann eine
Sluswahl ber reizenbften Sbürtlopfer an ben oenetianifeben