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Full text: Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

VII. 
iFraiilimd). 
Silan mirb bei all bicfer fvangöfifd^eu Siortrefflic^feit nie 
recf)t »arm, eben »eil fie auf unfere Semuuberung fo fidjtlid) 
fpetulirt unb eg iljr ganj gleichgittig babei ift, mit melden 
Mitteln fie ung bajii jminge. 2iucb »eil fie nur in ben felteu= 
ften fallen eine Offenbarung beg ©enieg, faft nie einem innerit 
Drange entfprungen fcbeint, fonbern ung Imute in biefer Stolle 
unb morgen in jener, heute im Stple grannig I. unb morgen 
in bem beg £ouig XVI. 311 bejaubern fudjt, mie fie uug gefteni 
bie einfache ©rajie griecbifcber .ü'unft «orgaufelte unb über; 
morgen «ielleicbt ficb in ber prunfenben ©röpe beg Stömerthumg 
ber Ä’aiferjeit oor ung fpreijen mirb. Stiemalg aber, ohne in 
ber heutigen Stolle noch ei" meuig pon ber geftrigen Scfmunfe 
}u jeigen. Dephalb tmt mau immer gerabeju bie entgegen 
gefepte Gmpfinbung uou jener «ollen, rücfhaltglofen ©emunbe= 
rung, bie mir ben Grjeugniffen nai«er unb überjeugter, b. h- 
tlaffifcher Äunftperioben, fo gerne entgegenbringen. 
Diefe gauberei ber franjijfifchen gnbuftrie beraufcht ung 
aber alle Slugenblicfe, um ung ebenfobalb ju ernüchtern — ja 
fte hat in ihrer unjmeifelhaften ©efdjidlichfeit etmag, bag einen 
nercog aufgeregt macht, mag einem bei antifen ©eräthfdjaften 
ober ft'unftmerfen gemip nie einfällt. @inmal jugeftanben, bap 
man bei ihren SBerfen faft überall auf benfclben fDtangel an 
^Reinheit ber Gmpfinbung, jeneg blope Gomöbienfpief ftope, bag 
ung bei ber franjöfifchen Äunft fo oft «erlept, fo mirb man
	        
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