MAK

Full text: Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

322 
ijrcmtrcid). 
äJtan wirb erft roieber beiter bei bem SÖrtinnen, beit bie gute 
Stabt $ariS »or bem Sheatre framjaiS fetten taffen, eine breifte 
Stpmphe non Earrier-.SBelleufe mit reijenben frängewinbenben 
-fßutten unten, bereit leicht gefd^ürjteS Söefeit atlerbingS beit gelfett, 
aus bem bie Quelle fprubelt, überaus gut, wenn auch unfreie 
willig cbaratterifirt. Solcher ptaftifcber Verbrechen ntatfieii fid? 
freilich ehrbare beutfche SRinifterien niemals fdjulbig! gd) 
rettete mich alfo in baS beS Unterrichts, wo man befonberS 
bie SluSftellung ber Elententar^etchenfcbulen ber Stabt iftariS 
finbet. Qm ©angen War fie gewif; beffer ttitb befonberS »er= 
uünftiger ttnb fachgemäßer, als bie unterer meiften ©ewerbe* 
fchulen. 3unächft bringt fie eine nicht geringe ülnjahl non feft 
gegeichneten Stilen nach Sitten unb ©ppSfigureu. 2luct> bic 
auSgefübrten 3eid)itungen nach Vorlagen, bann nach ©l)pS unb 
bem lebenben üJlobell finb alle gmedntäßig, unb bie beften 
micberttm bie nicht am tiefften in ben Sion gehen, fonberit »om 
Scbwarg nur einen fehr mäßigen ©ebrauch machen. 3tud) bie 
jablreichen Vlumeit geigten überall jene »or allem nach 2)ar= 
ftellung ber glächen ftrebenbe Vtethobe, bie beit Schüler fo 
rafch ju einem guten Vortrag bringt, ihm beit Sinn für feine 
Elegang öffnet. Sicher fah biefe SluSftellung beS leichtfinnigeu 
grantreid) gang aujferorbentlid) folib neben beiten ttnfereS grünb; 
liehen $eutfd)lanb auS unb empfiehlt fich fehr gur Beachtung. 
3urüdgetehrt in bie fjauptgalerie fommt man bann mitten 
unter bie ijtorgellam unb gapence^Sahen. Sie finb roieberum 
überaus lehrreich. — iülan finbet gunähft eine gange Slitgahl 
gapence=gabrifanten, Welche ben oon ©inori fo erfolgreid) ein= 
gefchlagenen äBeg ber birecten 9tad)ahmung ber mittelalterlichen 
Ergeugniffe wählten unb eS barin auch ungefähr eben fo weit 
brachten. Einige aber unb unter biefen allen um eine 2)tanneS= 
länge oorauS Sh- 3)«* behanbelten biefe 9!ad}ahmung freier, 
b. fc. fie eigneten fid) baS Spftern ber alten SRajolica^fOlalerei 
an, ihre lünftlerifhe freie Streite unb großartige Vehanblttng, 
ihren Eharafter geiftreicher Igmproüifation, ohne fid) nur ans 
(Singeine gu binben, ja eS mit »oller Souoeränität gu »erbeffern 
fitcbenb. So warb etwas gefdjaffen, was burdjauS eigentbürm 
lieh ift unb einen unendlichen befonberS coloriftifchen Steig ent= 
widelt, ber ben alten wie ben ©inori’fchen fDtajolitcn meiftenS
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.