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Full text: Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

2!er internationale CItjmt). 
b« granjofen ju liegen, benen feine Beobachtung bet Natur 
»iet öfter gegeben ift als $hantafterei<bthum, ißoefie ober ©röfce. 
Gin anbereS Portrait beS Äünftlerä, ebenfalls eine Same, ift 
3»ar auch fein mobellirt, aber in garbe unb Slrrangement oiel 
toeniger gefdbmadooll. — gene eben gerühmten Gigenfchaften 
jeigt and) ein im ®5albe betenbeS Ntäbchen oon $errault, ooll 
jarter griffe unb SiebenSwürbigleit. Nimmt man noch eine 
, breit unb füfm gemalte Baumgruppe oon fy. Nouffeau basu, 
fo muh man geftehen, bajj fte neben uns weitaus am gtäm 
jenbften repräfentirt finb, ober oielmehr bafi wie in ber gan$en 
NuSftellung fo and) hier eine eigentliche Nioalität, b. h- eine 
©runboerföhiebenheit in ber Ülnfchauung bei ungefähr gleicher 
Bered)tigung blofj 3Wifd)en ihnen unb uns befteht, unb fich alles 
SXnbere an eine biefer beiben anfcfdieht, benn bie Gnglänber 
haben nichts im ©aale, ich weih nicht Weßhalb. 
9lur bie Belgier feinen hier WenigftenS fiep an ihre eigene 
alte ©dhule halten -ju Wollen. Angeblich burch eine überbieh 
auch noch gaitj gegen baS Programm oerftofjenbe Gigenmächtig= 
leit Warb bem Saale eine ungeheure SeinWanb beS SBierft octropirt, 
bie burch ihre rieftgen Proportionen allen anbern fehr weh, ben 
Belgiern felbft aber nicht einmal Wohl tput. Senn wie imponh 
renb auch biefer GngelSfturä int erften älugenblid erfdjeine burh 
eine gewiffe milbe Gnergie, bie ihm fo wenig abjufprechen als 
eine geftaltenbilbenbe Bpantafie, fo muh man fid) oor bemfelben 
hoch balb geftehen, baf; man eS am Gnbe toodh mit nichts weniger 
als einer felbftäubigen fööpferifdjen Äraft, fonbern nur mit einem 
blohen Nachahmer beS jHubenS ju tl;un habe, ber burch einen 
übertriebenen Biajiftab fein Borbilb an ©rohe überbieten wollte 
unb fchltefdich eben hoch »on lauter, fehr birelten NeminiScensen 
leben muhte, in benen er nicht nur fein Original nirgenbS au* 
' elne eiTei< ^' fonbern nicht einmal beffen Schule, um 
gefchlacht ftatt granbioS, fchwarä, fchwer unb roh bleibt 
Sah aber eine fehr nüttelmahige Nachahmung beS NubenS 
^“bernett Bilbern ju fchaben, baS ift immerhin auch 
fchon eine Sehre. Gme gewiffe Begabung muh man bem 2öierb 
übrigens bod; jugeftehen, benn eS gehört fidgerlidh fchon etwas 
oa§u, um nur eine folche ungeheure Seinwanb mit naeften 
gtguren in boppelter, ja breifacher SebenSgröfie 3 u füllen unb 
ipecfit, Jtunfl unb Äunfiinbuftrie. ^
	        
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