Sic öftrcicf)tfd)c fiunft.
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Jungen einer echten Seelenevfchütterung auf »ornehme, touret
ifjrc ©aben ober if)ve gefeUfctjaftlxc^e Stellung beroorragenbe
H$erfönlid)feiten überhaupt ift. Man fielet fo lebhaft, wie ihnen
ber blaffe $ater ing ©ewiffen rebet, wie ernfttjaft bie ©inen
werben, wie tief ing §erj getroffen, ja jerfnirfebt Enbere,
wie gerührt unb begeiftert bie ©belften, bafj mang babei un=
willfürlicb and) wirb. 3ta<h bem btofcen Enfehen, ohne bie
lahme Irücfe ber §ülfe beg fatalogg fieht man wie ber arme,
befdieibene, aber auch glühenb begeifterte ißriefter ben großen
polnifchen Herren offenbar ihre beftänbigen Sntriguen, ihre
ewige Uneinigleit, ihre §abfucf)t unb Uprannei, ben üßrälaten
ihren ^odfmuth unb ihre ^errfchfucht mit flammenben 3öor;
ten, mit nieberfchmetternber Hkrebtfamfeit oorwirft, tur§ er
rebet ihnen nicht nur ing ©ewiffen, fonbern er rührt fie auch
Wirtlich. 3d) Wüjjte nicht, baf, id) je eine ißrebigt ober Siebe
gemalt gefehen hätte, wo bie gewaltigen Höhlungen ber SSerebh
famfeit mit foteber Siiefe unb ©netgie gefdjilbert gewefen wären.
3)ag ®ilb jeigt wiederum biefelben oioletten falten Siebter,
biefelbe fühlte plaftifche Qeichnung wie bag Sßarifer, wie eg
zeitlich biefem amnüd)ften, an fünftterifchem HBerth aber, wenn
auch nicht gerabe an materifd)em SReij, überhaupt wohl am
höchften fteht.
•flicht minber entfebieben aber lehrt Matejfo’g Jjbealigmus in
einem ffirauenportrait wieber, einer oornehmen ®ame im febwarjen
Sammttleib mit reicher, rothblonber Socfenfülte. Ueber bie Slüthe
beg Sebeng fchon hinaug feffelt ber bleiche, ruhige, feingefebnittene,
aber hoch energifebe, unter ber falten IRuhe tiefe Seibenfchaften, bie
©rinnerung an fernere ©rlebniffe bergenbe fchwermüthige Äopf
unglaublich. ©3 ift hier fene ganje eble, ftrenge Sßlaftif ber
gorm wieber ju finben, bie ber Maler fe^t über ber ©nergie
ber coloriftifchen ©egenfäfje oergeffen ju hnben fcheint, unb bie
er hier tmrmonifd) bamit ju »ereinigen »erftunb. freilich
ift bag SBitb eine frühere Erbeit beffelben. — ®er neueren Eid^
tung gehören brei Äinber, in benen bie ©haraftere fchon mit
merfwürbiger Reinheit auggefprochen finb, ganj ber ©egen=
wart beg Hünftlerg bagegen ein Heiner häßlicher Männertopf mit
ächt ftaoifchem Sppug, aber Doller ©eift unb Seben, wenn auch
weit entfernt oon ber Stobleffe ber Same.