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Full text: Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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tDu öftreidjifdje fiunft. 
fommt. Unb »ielleibt in ber naiüen Irt bcv SEBeltanfbauung 
riDd> mehr at» in ber Sarftellung felbft. 
Ülujjer biefem grofeen gcrtfctjritt, ben er unfere Äunft machen 
(affen, gibt eg aber nob einen anbern ©runb, ber ung ben 2Mer 
fo intereffant in biefem feinem größten SBerfe erfbeinen lafjt. 
Gin fo bebeutenber fiünftler ift immer ein $inb feiner 
Seit, bringt gemiffe in if>r berrfdbenbe Siibtungeu ju einem 
fünftlerifben lugbrutf. Unb SDtatart ganj ingbefonbere, weit 
er eben eine naiüe Statur ift. 
2Bag er aber oertrete in unferer mobernen ©efellfbaft unb 
mit biefem ©itb mein alg mit irgenb einem anbern, barüber 
(ann aub nibt ber minbefte gmeifel fein. Gg ift gerabe bieff 
heitere, üppige, genufjluftige, mit größerem Sbönheitgftnn unb 
oieüeibt aub mehr fjriüolität begabte, feiten in bie Stiefe 
gehenbe, aber and) niemalg tleinlibe unb engherzige äßiener^ 
ober Deftreiberthum mit feinem leibten ßerjen unb nod) leibtercn 
©emiffen. 'Iber aub feiner unoermüftliben Siebengmürbigteit 
unb mohlthatigcn Sßärme, feinem fünftlerifben Sinn, ftber 
einer ber unentbehrlibften SJeftanbtheile ber beutfben Station, 
mit beffen Sßerluft ung aub bie ©rajien oerlaffen unb mir in 
unferer Srodenheit unb fbmerfälligen Sßebanterie jum Sbreden 
Guropag merben müßten. 
2)er Sbönhcitgcultug bcherrfbt aber nibt nur bie Oeftreiber, 
er beherrfbt mehr ober meniger bie ganje Seit, ift eg ba nibt 
ein Seiben, baf gerabe mir eben anfangen, führeub an bie 
Spi|e berfelben jü treten, menn ein fo glänjenber lugbrud 
bcrfelben mitten unter ung entfielt ? Soll benn bie funft 
überhaupt immer nur bag Grafte unb traurige, bag Grfbütternbe 
ober moht gar bag einfab Sangmeilige fbilbern? Seien mir 
bob froh, menn fie ung einmal erheitert unb ein golbeneg 
Seitalter ooll ©lanj unb Sbönheit, ohne Sbtners unb ohne 
9tcue auf bie Seinmanb jaubert.
	        
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