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Full text: Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

$ie bfttdd)iid)c Äunft. 
Gatnation etwa« leblos ju werben, inbem er mehr auf bie 
Eicbtigfeit beS SonS als auf bie Ert fiebt, wie er ihn bct»or; 
bringt, fo baf? berfelbe befet>alb oft etwas unburcbfidnigeS, opaleS 
erhält. Sagegen accentuirt Senbach bie fßtäne bei weitem nicht 
mit ber plaftifchen Schärfe, bie jener geigt unb bie an einem 
EetaSguej ober §otbein fo bewunberungswfirbig crfdieint, ja 
wirb oft beinahe forn» wenn auch ficherlich nie leblos. Sie 
beften feiner prtraite fmb jwei Samen, eine, bie man wieber 
unter bie überhaupt fehr zahlreich oertretene fRubrit ber PnlierS; 
frauen rangieren möchte, ohne fie ju leimen, aber »on einer 
geiftreidien SebensfüUe, bie fie fchon in bie literarif<h=tünftlerif<he 
kbtheilung berfelben »erweist, unb ein -Stäbchen in einer Ert 
altbeutfdhen GoftümS, »on einer Reinheit unb feetenoollen Snnig= 
feit beS EuSbrudS, einem unbefinirbaren 3&nber, einer füjjen 
Stilb e unb iöläffe beS GoloritS, bie fie weit über alle feine 
anbern Seiftungen hinausheben. 
GS wären nun in biefer glänjenben Seite ber SBiener 
fiunft nod; »iele fehr achtbare Seiftungen »on Emmerling, Eigner, 
Safite, Deconomo, Dtaab, Schrojberg, ©ufta» ©aul u. E. m. 
ju erwähnen, bei benen ich mich ober leiber nicht aufhalten 
f'ann, um höchftenS noch jweier finaben in EubenS’fcher Sracbt 
»on Gbarlemont, einem Schüler ober Qnfpirirten SOlalartS, ju 
gebenfen, fehr ungejwungen bewegt unb auSgejeichnet colorirt. 
Euch Ganon tmt einige bemertenSWerth tüchtige Silbniffe 
aus Stuttgart eingefanbt, bie feine befte Gigenfchaft, grofi unb 
hiftorifch aufjufaffen, in heroorragenbem SUtape theilen. Sur bat 
er fie fehr unnötbig in alte Goftüme geftedt, aus benen ber mo- 
berne Äopf merllid) auffallenb maSfenartig herauSfieht. So bei 
einem Säger mit §unben im Goftüm beS fiebjehnten Qahr: 
bunberts, bem er überbiefi auch noch genau bie befannte Stellung 
beS antilen SiSfuSwerferS gegeben. Eber antife pfen in breifjig; 
jährigen PiegStwfen unb irgenb ein mobernes Scbwabengeficht 
mifdht man nicht ungeftraft untereinanber, man mache eS fo 
energifd), als man will. — Em beften ift ein allerliebft pi= 
fanteS Stäbchen mit rötblichen paaren als grüchteträgerin, auch 
ihr pnbant, ein ftnabe als pge, beibe finb breit unb grofs 
gefehen. Seiber h at baS Golorit fämmtlicher Silber etwas ju 
gläferneS unb gelbes, als wenn ein biefer alter jjfirnifi barauf läge.
	        
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