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Full text: Wettbewerb-Ausschreibungen der K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien im Jahre 1915

WETTBEWERB 
ZUR ERLANGUNG VON ENTWÜRFEN FÜR DIE 
BAUKÜNSTLERISCHE AUSGESTALTUNG EINER 
UNTERGRUNDBAHN-HALTESTELLE. 
AUSGESCHRIEBEN AM 5. FEBRUAR 1915. 
EINZUREICHEN AM 31- MÄRZ 1915. 
FÜNF GLEICHE PREISE VON JE K 500. 
Tm Sinne des vom Stadtrate am 8. Jänner 1915 gefassten Beschlusses veranstaltet die Gemeinde Wien 
einen allgemeinen Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen (Skizzen) für die künstlerische 
Ausgestaltung einer Untergrundbahn-Haltestelle mit ebener Decke. 
Den Bestimmungen des genannten Stadtratsbeschlusses entsprechend, können an dem Wett 
bewerbe nur in Wien ansässige selbständige Architekten deutscher Volkszugehörigkeit teilnehmen. 
Für den Wettbewerb wurden nachstehende Bestimmungen getroffen: 
Als Entwurfsunterlage ist der im Stadtbauamte erhältliche Gerippeplan der künftigen Unter 
grundbahn-Haltestelle „Alserstrasse“, die nächst dem derzeit im Bau befindlichen Bankpalaste 
der österr.-ungar. Bank errichtet werden soll (Unterlagsplan 1), zu benützen. Die durch die 
Erfordernisse der technischen Durchführung des Baues, des Verkehres und des Betriebes gegebene 
Bauanlage ist in ihren Grundzügen so, wie sie der Plan darstellt, beizubehalten. Die Arbeit der 
Teilnehmer am Wettbewerbe hat sich sonach grundsätzlich auf die baukünstlerische Ausgestaltung 
der sichtbaren Teile: Wände, Decken, Stützen, Umwehrung des Haltestelleneinganges, ferner der 
Ausrüstungsanlagen zu beschränken. Ueber die Art und Aufstellung bezw. Gegenstände gibt der 
Unterlagsplan 2 Aufschluss. In den den Unterlagsplänen beigegebenen Erläuterungen sind allge 
meine Richtlinien für die architektonische Ausbildung der genannten Einzelheiten, ferner ein 
Nachweis über die einschlägigen Schriftwerke gegeben. Ausserdem können die Teilnehmer am 
Wettbewerbe in einem Sammelband mit Bildern und Plänen von in anderen Grosstädten aus 
geführten Untergrundbahn-Haltestellen Einsicht nehmen, welcher in der Direktion des Stadtbau 
amtes aufliegt. 
Jede Wettbewerbsarbeit hat zu bestehen aus: 
a) einer Darstellung des Grundrisses der Untergrundbahn-Haltestelle mit Einzeichnung 
aller in Aussicht genommenen Bahnsteigausrüstungs-Anlagen, bzw. -Gegenstände. 
In dieser Zeichnung ist auch in einem passend ausgewählten Ausschnitt die Felder 
teilung der Decke in der Ansicht von unten einzutragen; 
b) einem Längenschnitt durch die Haltestellen-Anlage; ebenfalls mit Darstellung der 
unter a) erwähnten Ausrüstung und mit Einzeichnung der seitlichen Ansicht der 
Umwehrung des Haltesteilen-Einganges. 
Die Darstellungen a) und b) sind im Masstabe 1 : 100 auszuführen; 
c) einem Aufriss des Haltestellen-Einganges in der Richtung, wie ihn ein eintretender 
Fahrgast sehen wird; 
d) einem Längeschnitt durch die Treppe und den Vorraum; 
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