Der Architekt.
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So kommt es, dass der Architekt bei
jeder neuen Ausführung lernt und sich
seines Fortschrittes bewusst wird. Diese
Wahrnehmung und zugleich die Unmöglichkeit,
Ausgeführtes verbessern zu können,
erzeugt naturgemäss eine gewisse künstlerische
Depression.
Ein grosser Trost für den schaffenden
Architekten liegt diesbezüglich darin, dass
seine Erfahrung nie, seine Schaffensfreudigkeit,
insoferne er gesund bleibt, sehr spät
erlahmt. Eclatante Beispiele für das Gesagte
geben unter vielen anderen die weit über
die gewöhnliche Grenze hinausgerückten
Altersstufen vieler grosser Baukünstler [Bramante
(70), Sansovino (93), Michel Angelo
(89), Maderna (83), Bernini (91) Jones (80),
Klenze (80), Semper (76 Jahre), etc.]
evor auf das nächste Thema überge-1)
gangen wird, muss eine sich so oft
vordrängende Frage beantwortet werden.
Warum ist der heutige Architekt nicht
auch Maler und Bildner wie die Mehrzahl
der Künstler vergangener Zeiten?
Der Hauptgrund für diese Erscheinung
ist wohl in erster Linie darin zu
suchen, dass das dem heutigen Architekten
gebotene und von ihm aufzunehmende
Wissen Dimensionen erreicht hat, welches
das normale menschliche Aufnahmsvermögen
schon weit überschreitet, während
die Lern- und Uebungszeit des Kunstjüngers,
durch unsere wirthschaftlichen
Verhältnisse bedingt, verringert wurde.
Diese Umstände allein mussten Specialisten
schaffen. Aber es gesellen sich noch eine
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