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MAK

Full text : Moderne Architektur

Die  Kunstpraxis.

in  Wien),  also  eine  künstlerische,  nicht
technische  Baubevormundung  gehören  in
diese  Kategorie.  Das  Schwindelhafte  von
Lügen  Strotzende,  an  Potemkin’sche  Dörfer
Erinnernde,  das  in  solcher  Anordnung  liegt,
kann  nicht  genug  getadelt  werden.  Keine
Kunstepoche  als  die  unsere  hat  solche  Undinge ­
  aufzuweisen,  sie  geben  uns  ein  recht
trauriges  Bild  der  Kunstverhältnisse  unserer
Zeit.  Nur  darin  mag  zum  Theil  eine  Entschuldigung ­
  liegen,  dass  der  auf  Abwege ­
  gerathene  Geschmack  nach  dem  erwünschten ­
  künstlerischen  Ausdrucke  lingt,
die  moderne  Allgemeinheit  ihm  aber  die  Mittel,
dies  zu  erreichen,  schon  deshalb  verweigern ­
  muss,  weil  die  stets  wachsende  Menge
von  Miethhäusern  mit  der  erforderlichen
Anzahl  öffentlicher  Gebäude  in  sehr  ungleichem ­
  Verhältnisse  steht.
D ie  täglich  einander  ähnlicher  werdende
Lebensweise  der  Menschen  hat  das
Einzelwohnhaus  stark  verdrängt,  die  Bauvorschriften ­
  haben  noch  ein  Uebriges  gethan,
  und  so  musste  denn  unsere  heutige
Uniformität  der  Miethhäuser  entstehen.
In  keiner  anderen  Stadt  spielt  das
moderne  Miethhaus  eine  so  grosse  Rolle
als  bei  uns.
Haben  in  London  die  Bodenbesitzverhältnisse ­
  für  diesen  Zweck  eine  Bautype
hervorgerufen,  von  welcher  zu  behaupten
ist,  dass  sie  beinahe  auf  jede  Mitwirkung
der  Kunst  verzichtet,  so  ist  in  Paris  wieder
eine  Lösung  gereift,  welche  das  Unterbringen
des  Dienstpersonals  in  die  Mansarden  als
unverrückbaren  Ausgangspunkt  hat.

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