1901-1902
Auslandsreisen der Fabriksinhaber:
In den Jahren 1901 und 1902 unternahmen die Fabriksinhaber Flust & Hetzel teils im Verein, teils
selbständig größere Auslandsreisen, um die Exportverhältnisse eingehend zu studieren und sich
über die neuesten technischen Einrichtungen für die Fabrikation zu unterrichten.
(Argentor 1912, S, 19)
1902
Eintragung im Handelsregister Wien (A 15/125):
29. 4. 1902: Änderung des Firmawortlautes in „Argentor-Werke Rust & Hetzel“
Erweiterung der Fabrik:
. . . wurde zunächst eine Vergrößerung der Fabrik beschlossen, zu welchem Zwecke die an das
Fabriksareale angrenzenden Grundstücke und die benachbarten Linienwallgründe angekauft wur
den.
Auf einem Teil dieser Gründe wurde im Jahre 1902 ein neuer großer Fabrikstrakt in einer Länge
von 26 m, vier Stockwerke hoch (wieder in eigener Regie) erbaut.
Der dem alten Fabriksgebäude angegliederte Trakt ist ebenfalls ein moderner Eisenbetonbau und
außen mit weißen Fließen verkachelt.
Das oberste Stockwerk dient ebenso wie jenes im älteren Gebäude der Unterbringung des Roh
warenlagers, welches in zahlreichen, bis zur Decke reichenden Stellagen aufgestapelt ist. Von der
Reichhaltigkeit des Lagers wird man sich eine Vorstellung machen können, wenn bedacht wird,
daß ungefähr 9000 Warennummern erzeugt werden, von denen eine erhebliche Anzahl in ver
schiedenen Ausführungen hergestellt wird . . .
Das Wiener Unternehmen hatte sein Absatzgebiet auf Länder ausgedehnt, nach denen das gleich
namige Haus in Berlin ebenfalls einen Export betrieb. Es waren daher Namensverwechslungen
leicht möglich und störend; sie sollten vermieden werden.
Als neue Bezeichnung des Wiener Unternehmens wurde der Name „Argentor-Werke“ gewählt.
Das Wort Argentor ist eine Zusammensetzung der französischen Benennungen „argent“ (Silber)
und „or“ (Gold). Am 29. April 1902 wurde die Firma „Argentor- Werke, Rust & Hetzel“ handelsge
richtlich protokolliert.
Die neue Firma verlegte sich darauf, neben den bisherigen Erzeugnissen ein in der Metallwarenin
dustrie bis dahin noch nicht gepflegtes, eigenes Genre zu schaffen, welches in der eigenartigen
Stilisierung der Muster besteht und führte auch eine neue Art der Ausstattung ihrer Waren, die
Metallmontierung feiner Kristallgläser, ein.
Nach beiden Richtungen hat sie bahnbrechend und vorbildlich gewirkt.
(Argentor 1912, S. 20-23)
1903
Eintragung im Handelsregister Wien (A 15/125):
17. 1. 1903: Zweigniederlassung in Budapest
Die Zweigniederlassung ist im Handelsregister des köngl. Handels- und Wechselgerichtes in Bu
dapest zur Zahl 115342 ex 1902 eingetragen
Ernennung von Alexander Libal zum Oberwerkführer:
An dieser Stelle sei des im Jahre 1903 zum Oberwerkführer ernannten Alexander Libal gedacht,
welcher fast seit der Gründung der Fabrik im Betriebe tätig ist und also durch eine lange Reihe
von Jahren seine eminente Arbeitskraft dem Unternehmen zur Verfügung stellte, im besonderen
durch seine technische Erfahrung und sein hochentwickeltes Kunstverständnis, die in vielen Mu
stern zum Ausdruck kommen, der Firma große Dienste erwies.
(Argentor 1912, S. 44)
1904
Errichtung einer Niederlage in Wien:
Im Jahre 1904 entschloß sich die Firma, auch in Österreich eine Niederlage zu errichten. Im Zen
trum der Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, in der inneren Stadt, u. zw. in der vornehmsten
Straße derselben, in der Kärntnerstraße Nr. 26 wurde ein modern ausgestattetes Ecklokal eröff
net.
(Argentor 1912, S. 36)
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