geln, Steinchen (mosaikartig), amethystfarbiger Ätzung und erhabenem Laubwerk, briilantirt und
rothplattirt; einen Buiskuitteller mit Strahlsteinblättern; einen Teller von Rubinglas; Salatschalen
mit breiten Schälen; Tortenplatten, roth plattirt, mit weißem Durchschliff; Fruchtkörbe sammt Un
tersätzen, mit ausgeschnittenen Blättern; Zuckerkörbchen mit Einglasung und von Rubinglas;
Zuckerschalen mit Steinschliff, mit amethystfarbiger Ätzung, breiten Schälen, Strahlsteinen, briil
antirt und aus meergrüner Chrysopras= und AmethysUKomposition; Zuckervase mit Arabesken
vergoldung; Pokale und Pokalgläser von Klang= und Rubinglas und mit Einglasung; Blumenbe
cher mit Blätterzweigen, und von sattblauem Glase mit Arabeskenvergoldung; Trinkgläser, rosa,
roth und grün plattirt, mit weißem Durchschliff, von Rubinglas, geschält, mit Steinschliff, mit ame
thystfarbig geätzter Verzierung und mit Einglasung; Krüge von Rubinglas, Amethystkomposition
und geschält; Bouteillen von Rubinglas; Theebüchsen mit Einglasung; Schmettenkannen von Ru
binglas, von Beinglas mit Arabeskenverzierung und geschält; Schmuckschalen von Chrysopras
komposition; Kaffeetassen von Beinglas, inwendig ganze, auswendig Arabeskenvergoldung; But-
terschäffchen von Rubinglas; Schreibzeuge von Rubinglas, Chrysopraskomposition und schwar
zem Hyalith; Toilettflakons mit Einglasung, Goldeinfassung, erhaben ausgeschälten Blättern, grün
gebeitzt und vergoldet, von Goldtopas=Komposition, Chrysopras=Komposition, sattgrünem
Glase, rothem Hyalith und Steinglas; ein Kästchen sammt Untertasse, mit Einglasung; ein Kreuz
auf Postament, mit Einglasung; Madonna und Christus eingeglast.
Nach dem Ausspruche der Sachverständigen zeichneten sich diese Expositionsgegenstände
durch Reinheit und Weiße (Farbenlosigkeit) und mannigfaltige Färbung des Glases, durch ge
schmackvolle Formen, und durch den Schliff in einem so hohen Grade aus, daß sie zu den voll
kommensten Leistungen der Glasfabrikation gezählt werden müssen. Unter den gefärbten Glä
sern fanden sie, was die Schönheit der Farbe betrifft, an der Rubin=, Chrysopras= und Amethyst
komposition die Aufgabe auf das Vollkommenste gelöst. Eben so erklärten sie die Einglasung als
vollendet, und die großen Tafelaufsätze für Meisterstücke der Glasschleiferei.
Dem Hrn. Grafen v. Harrach ist, in Anbetracht der Wichtigkeit dieses Fabrikationszweiges, der
vollkommenen und mannigfaltigen Produkte seiner Glasfabrik, die sich zu einem bedeutenden
Handelsartikel für das Ausland erhoben haben, der großen Ausdehnung, in welcher die Fabrika
tion betrieben wird, und der Fortschritte der Neuwalder Glashütte, die Auszeichnung durch die
goldene Medaille zuerkannt worden.
(Wien 1835, Bericht S. 240-243)
1836
Bericht von Kreutzberg über die Harrachsche Glashütte:
Der Norden Böhmens besizt ebenfalls ein sehr großartiges Etablissement dieser Art an der in
einem Thale des höchsten Riesengebirgs situirten gräflich Harrach’schen Fabrik in Neuwald,
Herrschaft Starkenbach, das der schöpferische Geist des Fabrikdirigenten Hrn. Pohl zu einem
zweiten Choisy=le=Roi umgestaltete. Von den größten Prachtgefäßen bis zu den niedlichsten Be
dürfnissen der Toilette sind die Neuwalder Erzeugnisse gleich ausgezeichnet durch geschmak-
volle Form, so wie in künstlichem Schnitt, Schliff und Brillantirung, vollendeter Färbung, Vergol
dung und Verzierung, wozu die daselbst bestehende Zeichenschule für Lehrlinge wesentlich mit
beiträgt. Stets aufmerksam auf alle Fortschritte des Auslands und eben so glüklich im Nachah
men als Erfinden, hat der Besizer hier die Jnkrustirung der Pasten, die Rubin= und anderfärbige
Plattirung, die Fabrikation des englischen Flinte und Kronglases, so wie des raffinirten bunten
Fensterglases, zuerst eingeführt. Außerdem werden hier auch vorzügliche Compositionen er
zeugt, welche die Edelsteine aufs Täuschendste nachahmen, so wie Perlen und Lustersteine von
gedruktem Glas. Jn neuerer Zeit wurde hier auch viel von jener geformten Glassorte fabricirt, die
so vielen Fabrikanten Besorgnisse einflößte. Mit Unrecht schreibt man den Amerikanern diese Er
findung zu; sie war, freilich sehr roh und unvollkommen, schon früher auf böhmischen Hütten in
Anwendung. Jn Frankreich wurde in Baccarat dieses Verfahren zuerst durch Anwendung des Pi
stons vervollkommnet, und man bedient sich daselbst auch zum Blasen der Masse in Formen
eines besondern Blasebalgs. Eine fernere Vervollkommnung erhielt dieses Verfahren der Glasar
beit im Modeln in Amerika durch Anwendung der Metallmodel mit guillochirtem Grunde, und
einer Schraube oder eines Hebels zum Zusammendrüken der dazwischen befindlichen Glas
masse; man erzielt dadurch Desseins von einer Feinheit und Zierlichkeit, namentlich in rautenför
mig verschlungenen Streifen und Umrissen, wie sie durch Schneiden und Schleifen nicht hervor
gebracht werden können. Auswärts haben nun diese Artikel ihrer eben so wohlfeilen als schnel
len Erzeugung wegen eine große Verbreitung unter den Mittelclassen erlangt, die sich hiedurch
für ein Billiges Glasgeschirre von gefälliger Facon anschaffen konnten. Die Neuwalder Fabrik, und
ihr bereits nachfolgend einige andere, haben sich in diesen Artikeln mit gutem Erfolg versucht,
wenn sie auch die feineren amerikanischen Producte, besonders in der Schärfe der Prägung
noch nicht erreichten. Die wegen dieser Hohlglasgattung für die Existenz der Schleifer hie und da
gehegte Besorgniß theilen wir nicht; dieser Artikel wird, wie alle billigeren Erzeugnisse, nur eine
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