werken veredeltes (geschliffenes und vergoldetes) Glas (im Werthe von 76.000 fl. C. M.). Beson
ders zeichnet sich diese Fabrik durch Lieferung großer raffinirter Glasgegenstände, wie z. B. Va
sen, Tafelaufsätze, aus. Bei Erzeugung der farbigen Hohlgläser wird von dem Ueberfangen, d. i.
Uiberziehen des weißen Glases mit einer Decke von farbigem Glase, was wieder ein außen= oder
ein Jnnenüberfangen seyn kann, Gebrauch gemacht.
(Schnabel 1846, S. 238, 239)
1849
Eintragung im Wiener Adreßbuch von 1849:
Glasfabriks-Niederlagen.
Harrach’sche, Erlaucht Graf v., Mitglied des nied. österr. Gewerb-Vereins, zu Neuwelt auf der
Herrschaft Starkenbach in Böhmen. Goldene Medaille der Gewerbe-Ausstellungen 1835, 1839
und 1845. Bestellungen übernimmt die gräfl. Harrach’sche Leinwand- Fabriks-Niederlaqe'Stadt
Freiung 239.
(Adreßbuch Wien 1849, S. 273)
1850
Teilnahme an der Industrie-Ausstellung in Leipzig 1850:
Gräflich Franz Ernst Harrach’sche Glasfabrik zu Neuwelt in Böhmen.
Ein reiches Sortiment weisses und farbiges, brillantirtes Hohlglas, Vasen, Aufsätze und Pokale u.
s. w., Luster, dann Glastafeln gemalt und mit eingeschnittenen Bildern.
(Leipzig 1850, Nr. 1050)
1854
Teilnahme an der allgemeinen deutschen Industrie-Ausstellung in München 1854:
Erst mit dem geschliffenen Kristallglas, dann dem brillantirten, geschliffenen, geschnittenen, ver
goldeten und farbigen Kunstglas treten die Aussteller Oesterreichs in die erste Reihe, und die
eben so mannigfaltigen als musterhaft vollendeten Erzeugnisse des Grafen Harrach in Neuwelt,
Meyr’s Neffen in Adolfs- und Eleonorenhain, W. Hofmann in Prag sind das Ausgezeichnetste in
ihrer Art; in Reichhaltigkeit und Vollendung des Fabrikates steht ihnen nur Franz Steigerwald in
Schachtenbach (Baiern) zur Seite. Es ist schwer, die einzelnen Vorzüge dieser Glaswaaren be
sonders zu würdigen; die Chemie feiert einen Triumph in den verschiedensten Farben und Far
bentönen, die Technik in der siegreichen Uiberwindung aller Schwierigkeiten, die das Material
bietet, die Kunst in einfachen und edlen Formen, wobei die Frage problematisch bleibt, ob nicht
Steigerwald mit dem altegyptischen, maurischen und japanischen Styl dem Material einigen
Zwang anthut, und ob für Böhmen andere Formen als die angewendeten wünschenswerth sind,
da seine feineren Produkte doch noch immer in alle Welt versendet und sehr beifällig aufgenom-
men, und da gerade in diesen Formen dem guten Geschmacke alle Konzessionen gemacht wer
den.
(München 1854, Jonak 1855, S. 153)
1856
In einem Bericht der Handelskammer Reichenberg wird die Harrach’sche Glasfabrik
folgendermaßen erwähnt:
. . . die Graf Harrach’sche Glasfabrik in Neuwelt. . . vereinigt sowohl die Rohglaserzeugung, als
Raffinerie im grossartigen Massstabe und kann daher ganz eigentlich eine Glasfabrik genannt
werden. Ihr Geschäftsumfang und ihre Leistungsfähigkeit hat ihr auf den Weltausstellungen zu
London und Paris Auszeichnungen erworben. Ihre Erzeugnisse von Krystallglasgegenständen in
sehr grossen und kostbaren Stücken, als Tafelaufsätze, Kandelaber u. s. w., ausgezeichnet durch
ihren matten und brillantirten Schliff; ihr Isabellglas und ihre Porzellan- und Terracotta-Immitation
verdienen die lobenswertheste Erwähnung. Das was diese Fabrik durch die Unterhaltung einer
eigenen Zeichnenschule für ihre Arbeiter in Bezug auf die Beförderung des Geschmacks und der
technischen Ausbildung derselben thut, wurde bereits im Jahresberichte pro 1852 hervorgeho
ben.
(Bericht Reichenberg 1856, S. 159)
Statistische Daten über die Neuweiter Hütte sind ebenfalls im Reichenberger Bericht enthalten:
Kreis Gitschin, Steuerbezirk Rochlitz, Ort Neuwelt
Arbeiter: 200 Männer, 26 Weiber, Zusammen: 226 Arbeiter
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