1873
Teilnahme an der Wiener Weltausstellung 1873:
In der Rotunde, nächst der zur österreichischen Abtheilung führenden Hauptgallerie, befindet
sich die Ausstellung der „Erlaucht Graf Harrach’schen Glasfabrik“ zu Neuwelt, ein schmucker
tempelartiger Bau, vor welchem sich auf reichbesetztem Tische die aufgestellten Schalen, Vasen
u. s. w. in der That wie allerhand kunstvolles Opfergeschirr, ausnehmen - einem nicht unbekann-
ten Gotte dargebracht. Zwei colossale Vasen (175 Centim. hoch), aus fünf grossen, marmorartig
matt geschliffenen Glasstücken zusammengefügt, mit den Bildnissen Ihrer Majestäten bemalt,
sind Meisterstücke der Glasmacherarbeit nicht allein durch die gelungene Farbe und den zarten
sinnigen Decor, sondern auch durch ihre Formvollendung; zahlreiche Tafelaufsätze zeichnen sich
aus durch schönen, schwierigen Schliff, wie nicht weniger durch ein wirkungsvolles, gleichmässi-
ges Kupferrubin; ein Blumenkorb, gleichfalls vorzüglich im Schliff, vertritt in bester Harmonie den
ganzen Reichthum an herrlichen Farben, welche die Fabrik erzeugt. Zwei Ketten eleganter Form,
deren Eine in regelrechten, sorgfältig gravirten Knoten gewunden; deren Zweite, vielgegliedert
aus einer einzigen massiven Glasstange herausgeschliffen, sind beachtenswerthe neueste Erfin
dungen. Von der mühsamsten Arbeit zeugen ein Spieltisch und ein Sessel, durch das genaueste
„Zusammenschleifen “ in ihren Theilen verbunden, werthvoll zugleich als Proben eines neuen Ex
perimentes, durch welches mittels Aetzung die schönste braune Farbe auf blauem Glase hervor
gebracht wird. Wohlbekannt sind die grünen im Genre der altdeutschen Humpen bemalten Gläser
der unerschöpflichen Fabrik, deren vorzüglichste Beschäftigung indess neuerer Zeit die Erzeu
gung von Lampen und sonstigen Beleuchtungsgegenständen geworden zu sein scheint. Wir ha
ben nicht Raum, auch nur die wichtigsten Artikel aufzuzählen. Thatsächlich liegt die Bedeutung
der exponirenden Fabrik in der von uns schon anderwärts (S. „Gewerbe und gewerbl. Fachschu
len im nördl. Böhmen“, S. 15 . ..) rühment erwähnten grössten Manigfaltigkeit der Erzeugung, mit
welcher die innere Einrichtung des Etablissements übereinstimmt. Wie oben bemerkt, im Jahre
1854 überbaut, arbeitet die Neuweiter Hütte auf 2 Glasöfen mit Holzgasfeuerung zu je 10 Hafen
mit 34 Glasmachern und ebensovielen „Hintragburschen“. Hierbei befinden sich 7 Schleifwerke,
welche circa 200 Kugler oder Schleifer beschäftigen. Ausserdem arbeiten in 14 Maler- und Ver
golderwerkstätten der Fabrik 14 Meister, 36 Gesellen, 42 Lehrlinge und 48 Poliermädchen; ferner
in 6 Glasschneidewerkstätten 6 Meister, 18 Gesellen und 20 Lehrlinge; endlich giebt die Fabrik
noch 36 Formmachern, Metallarbeitern, Tischlern, Gemengmachern, Schirrmeistern, Hafen- und
Chamotteziegelarbeitern, Lustresteindruckern und 12 Taglöhnern, zusammen mehr als 500 Leu
ten, tägliche Arbeit und Nahrung; der jährliche Arbeitslohn beziffert sich auf fl. 120.000
(Wien 1873, Hallwich S. 41-43)
1876
Teilnahme an der Weltausstellung in Philadelphia 1876:
Van Harrach, Count, Neuveit, Bohemia. - Glass articles.
(Philadelphia 1876, Catalogue, S. 193. - Lukäs 1982, S. 8)
1879
Teilnahme an der Weltausstellung in Sydney
(Lukäs 1982, S. 8)
1880
Teilnahme an der Weltausstellung in Melbourne
(Lukäs 1982, S. 8)
1885
Teilnahme an der Weltausstellung Antwerpen:
Harrachische Glasfabrik, Erlaucht Graf v., Neuwelt (Böhmen). - Glaswaren. - 19 Medaillen und Di
plome.
(Antwerpen 1885, Kat.)
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