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Full text : Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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zur  See  von  einem  Hafenplatze  zum  andern  den  fremden  Posten
gestattet  ist.  So  dürfen  auch  alle  österreichischen  Post-Expeditionen, ­
  die  von  den  Lloyd-Agentien  besorgt  werden,  Briefe  nach
Filippopel,  Sofia,  Serres,  Widdin,  Rustschuk,  Czernawoda,
Adrianopel,  Tultscha  und  Sulina  aufnehmen  und  ist  ebenfalls  das
entgegengesetzte  Verfahren  erlaubt.
Anfangs  gab  es  nur  Couriere  der  fremden  Gesandtschaften,
denen  mit  der  Zeit  die  Privat-Correspondenzen  mitgegeben
wurden,  und  es  wurde  ein  Beamter  der  Gesandtschaft  mit  der
Annahme  und  Ausgabe  der  Briefe  betraut;  —  so  entstanden  nach
und  nach  die  fremden  Posten.
Die  älteste  in  der  Türkei  bestehende  fremde  Post  ist  die
österreichische,  da  sie  bereits  über  ein  Jahrhundert  den  Correspondenzverkehr
  nach  Europa  vermittelt.
Sowie  sie  die  älteste  Post  ist,  so  ist  sie  auch  die  am  meisten
ausgebreitete  und  bietet  dem  Publicum  die  meisten  Vortheile  dar,
da  sie  sich  durch  die  ihr  zu  Gebote  stehenden  Verkehrsmittel  in
der  Lage  befindet,  Briefe  nach  allen  Welttheilen  aufzunehmen;
auch  befasst  sie  sich,  von  den  fremden  Posten  die  einzige,  mit
dem  Transporte  von  Werthsendungen.
Nach  der  österreichischen  besitzt  die  meisten  Verkehrsmittel ­
  die  französische  und  nach  dieser  die  russische  Post.
Die  englische  Post  hat  nur  zwei  Aemter  in  der  Türkei,  eines
in  Constantinopel  und  eines  in  Smyrna.
Das  deutsche  Postamt  in  Constantinopel  vermittelt,  trotz
der  kurzen  Dauer  seiner  Thätigkeit  (es  wurde  im  März  1870  errichtet) ­
  beinahe  den  ganzen  Correspondenzverkehr  mit  Deutschland, ­
  der  Schweiz,  Dänemark,  Holland,  Schweden,  Norwegen,
Belgien  und  den  Niederlanden,  da  sämmtliche  Correspondenzen
nach  und  von  den  genannten  Ländern  durch  Deutschland  transitirt
  werden  müssen.
Im  Interesse  des  correspondirenden  Publicums  läge  es,  wenn
sämmtliche  Posten  in  eine  verschmolzen  würden,  denn,  wenn
Jemand  nach  verschiedenen  Ländern  correspondirt  und  Antworten ­
  erwartet,  so  ist  er  verbunden,  bei  sämmtlichen  Posten  anzufragen, ­
  da  er  nicht  wissen  kann,  mit  welcher  Post  die  an  ihn
lautenden  Briefe  einlangen;  darum  geschieht  es  auch  oft,  dass
[Constantinopel.]  8
            
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