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Full text : Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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haft  begehrt  sind.  Aus  den  Rheinprovinzen  werden  Seiden-  und
Sammtwaaren,  gefärbte  Garne  —  blaue  und  Rothgarne  —  und
Möbelstoffe  bezogen.  Berlin  liefert  etwas  Stickwolle,  Ledertuche,
Fenster-Rouleaux  und  Shawls,  Aachen  dagegen  Tuche.  Seit  der
Annexion  des  Eisass  fällt  auch  der  bedeutenden  Import  an
gedruckten  Woll-  und  Baumwollstoffen  dieser  Gegenden  auf
Rechnung  Deutschlands.
Belgien  liefert  Tuche  und  Schuhzwirn,  und  die  Schweiz
grosse  Quantitäten  von  echt-  oder  falschfärbigen  Baumwollstoffen
i  Printanniers),  Baumwollttichel  als  Kopfputz  von  den  Frauen
getragen  —  Jasma,  —  ferner  Seiden-  und  Weisswaaren.
Oesterreich  liefert  Tuche,  in  letzter  Zeit  viel  Modewaaren,
meistens  aus  der  „Asch  “er  Gegend  Böhmens;  ferner  Kammgarne,
Möbelstoffe,  Shawls,  Gold-  und  Silbergespinnste,  Seilerwaaren
aus  Triest,  sowie  als  Hauptartikel  die  türkischen  Kappen.  In
dieser  Branche  leistet  Oesterreich  Vorzügliches,  besonders  die
Fabriken  von  Wolf,  Fürth  &  Comp,  und  Gebr.Weill  &Comp.
in  Strakonitz,  und  hat  Frankreich  und  die  Schweiz,  welche
beiden  Länder  sich  früher  darin  versuchten,  vollständig  aus  dem
Felde  geschlagen.
Im  Ganzen  ist  jedoch  der  Export  Oesterreichs  nach  der
Türkei  kein  der  Nachbarschaft  der  beiden  Länder  entsprechender.
Die  Ursache  hiezu  ist  in  den  Uebeln  zu  suchen,  an  denen
Oesterreichs  Industrie  überhaupt  krankt,  als  da  sind:  theure
Transportmittel,  theures  Geld,  Valutaverhältnisse,  und  nicht  in
letzter  Linie  die  Indolenz  der  Industriellen  selbst.  Während  die
englischen,  französischen  und  deutschen  Fabriken  die  Türkei
alljährlich  bereisen  lassen,  kommt  höchst  selten  ein  Geschäftsreisender ­
  aus  Oesterreich  auf  den  Platz  und  die  Fabrikanten
arbeiten  jahraus  jahrein  immer  nach  ein  und  derselben  Schablone.
Sie  führen  Aufträge  aus,  wenn  ihnen  dieselben  auf  Grundlage
ihrer  Muster  und  Preise  zukommen,  ohne  sich  um  Ordres  zu
bemühen  oder  zu  studiren,  in  welcher  Weise  der  Concurrenz
anderer  Länder  entgegen  zu  arbeiten  wäre.  Im  besten  Falle
trachten  die  österreichischen  Fabrikanten  sich  gegenseitig  Concurrenz ­
  zu  machen,  während  sie  dem  Auslande  gegenüber  in  der
zaghaftesten  Weise  Vorgehen.
            
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