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haft begehrt sind. Aus den Rheinprovinzen werden Seiden- und
Sammtwaaren, gefärbte Garne — blaue und Rothgarne — und
Möbelstoffe bezogen. Berlin liefert etwas Stickwolle, Ledertuche,
Fenster-Rouleaux und Shawls, Aachen dagegen Tuche. Seit der
Annexion des Eisass fällt auch der bedeutenden Import an
gedruckten Woll- und Baumwollstoffen dieser Gegenden auf
Rechnung Deutschlands.
Belgien liefert Tuche und Schuhzwirn, und die Schweiz
grosse Quantitäten von echt- oder falschfärbigen Baumwollstoffen
i Printanniers), Baumwollttichel als Kopfputz von den Frauen
getragen — Jasma, — ferner Seiden- und Weisswaaren.
Oesterreich liefert Tuche, in letzter Zeit viel Modewaaren,
meistens aus der „Asch “er Gegend Böhmens; ferner Kammgarne,
Möbelstoffe, Shawls, Gold- und Silbergespinnste, Seilerwaaren
aus Triest, sowie als Hauptartikel die türkischen Kappen. In
dieser Branche leistet Oesterreich Vorzügliches, besonders die
Fabriken von Wolf, Fürth & Comp, und Gebr.Weill &Comp.
in Strakonitz, und hat Frankreich und die Schweiz, welche
beiden Länder sich früher darin versuchten, vollständig aus dem
Felde geschlagen.
Im Ganzen ist jedoch der Export Oesterreichs nach der
Türkei kein der Nachbarschaft der beiden Länder entsprechender.
Die Ursache hiezu ist in den Uebeln zu suchen, an denen
Oesterreichs Industrie überhaupt krankt, als da sind: theure
Transportmittel, theures Geld, Valutaverhältnisse, und nicht in
letzter Linie die Indolenz der Industriellen selbst. Während die
englischen, französischen und deutschen Fabriken die Türkei
alljährlich bereisen lassen, kommt höchst selten ein Geschäftsreisender
aus Oesterreich auf den Platz und die Fabrikanten
arbeiten jahraus jahrein immer nach ein und derselben Schablone.
Sie führen Aufträge aus, wenn ihnen dieselben auf Grundlage
ihrer Muster und Preise zukommen, ohne sich um Ordres zu
bemühen oder zu studiren, in welcher Weise der Concurrenz
anderer Länder entgegen zu arbeiten wäre. Im besten Falle
trachten die österreichischen Fabrikanten sich gegenseitig Concurrenz
zu machen, während sie dem Auslande gegenüber in der
zaghaftesten Weise Vorgehen.