Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

168

Umstände  haben  eine  gewisse,  viel  Aufmerksamkeit  verlangende
Unsicherheit  in  diesen  Artikeln  veranlasst.
Dei  bedarf  neigt  sich  im  Allgemeinen  —  so  weit  nur  das
en  gros-Geschäft  berücksichtigt  wird  —  ordinären  Qualitäten
zu;  das  Bedürfniss  nach  billiger  Waare  ist  so  vorherrschend,  dass
der  Importeur  genöthigt  ist,  seine  Bestellungen  auf  Kosten  der
Qualität  und  desMaasses  auszugeben,  worin  sich  die  Concurrenz
zu  tiberbieten  trachtet.
Die  Waaren  gehen  hauptsächlich  ins  Innere  des  Landes,,
wo  eine  grösstentheils  arme  Bevölkerung  nicht  grosse  Anforderungen ­
  an  die  Qualität  stellt  und  nur  billig  kaufen  will.
Diese  Käufer  aus  dem  Innern  halten  sich  bei  Beurtheilung
der  Waaren  meistens  nur  an  Marken,  Etiquetten,  ohne  den  Inhalt
selbst  zu  prüfen,  und  werden  von  den  Grossisten  am  Platze  daher
sehr  oft  ausgebeutet,  indem  letztere  eine  schlechte  Waare  mit
Marke  und  Etiquette  einer  besseren  versehen.  Auch  mit  Inhalt
und  Maass  der  Waare  wird  oft  in  nicht  loyaler  Weise  manipulirt.
Ahgesehen  von  den  leichten  Qualitäten  der  Waaren,  die  an
und  für  sich  schon  niedere  Erstehungskosten  bedingen,  suchen
die  Constantinopeler  Grossisten  auch  billig  zu  kaufen,  und  es  ist
selten  möglich,  hier  bessere  Preise  als  anderswo  zu  erzielen;
denn  einerseits  erlaubt  dem  Grossisten  der  grosse  Consum  billige
Bedienung  zu  verlangen,  ausserdem  sind  alle  oder  doch  die
meisten  dieser  Händler  Levantiner,  die  bekanntlich  ein  ganz
besonderes  Geschick  in  kaufmännischen  Geschäften  haben  und
sich  nicht  leicht  einen  Vortheil  entgehen  lassen.
Ihr  Princip  ist:  Drücken  der  Preise  unter  allen  Umständen,
und  auf  diese  Weise  gelingt  es  ihnen,  im  Vereine  mit  ihren
grossen  Ordres,  den  Fabrikanten  oder  Importeur  beim  Tractiren
dei  1  reise  bis  zur  äussersten  Grenze  der  Möglichkeit  zu  bringen.
Man  kann  demnach  annehmen,  dass  den  Grossisten  in  Constantinopel
  die  Waaren  nicht  über  die  gewöhnlichen  Fabrikspreise
zu  stehen  kommen,  erhöht  um  die  Provision,  welche  die  Commissionäre
  für  den  Import  aus  Europa  beziehen,  und  entweder
den  I  abrikshäusern  selbst  oder  den  einheimischen  Kunden  verrechnen. ­

            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.