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Full text : Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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Die  Linie  Liverpool-Constantinopel  ist  sehr  billig,  weil  sie  durch
3—4  concurrirende  Gesellschaften  (John  Bibby,  Sons  Bur  ns,
M e  Iver  Papayanni  &Comp.)  befahren  wird.  Frankreich  expedirt
  über  Marseille  durch  die  Messagerie  maritime,  welcher
durch  die  Dampfschiffahrts-Unternehmung  Marc  Fraissinet
pere  et  fils  nur  wenig  Concurrenz  gemacht  wird.  Auch  Belgien
und  die  Schweiz  verschilfen  via  Marseille,  nur  Schuhzwirn  geht
als  schwere  Waare  von  Belgien  aus  über  Antwerpen.  Deutschland ­
  expedirt  via  Triest,  doch  Eisass  benützt  nach  wie  vor  die
Route  über  Marseille.  Oesterreich  hat  nebst  dem  Wege  über
Triest  im  Sommer  noch  den  der  Donau  offen;  doch  wird  diese
Linie  trotz  billiger  Frachtsätze  für  Manufacturwaaren  wenig
benützt,  weil  die  Güter  der  häufigen  Ueberladung  halber  länger
unterwegs  bleiben.
Was  die  Frachtsätze  an  belangt,  so  finden  sich  dieselben  im
Anhänge  bei  der  Beschreibung  der  einzelnen  Artikeln  genauer
specificirt.
Bei  der  Debarcation  der  Waaren  im  Hafen  von  Constantinopel
  macht  sich  der  Mangel  an  Quais  und  Docks  sehr  fühlbar.
Die  Schiffe  müssen  mitten  im  Hafen  ankern,  haben  keine  bestimmten ­
  Ankerplätze  und  die  Debarcation  der  Waaren  an  die
Mauth  in  Galata  oder  Stambul  erfolgt  mittelst  Lichterschiffen:
eine  sehr  kostspielige  und  bei  schlechtem  Wetter  nicht  ausführbare ­
  Manipulation.
Die  Spesen  der  Debarcation  fällen  dem  Empfänger  zur  Last
und  belaufen  sich  bei  österreichischen  Schiffen  auf  10  kr.  per
Centner,  bei  französischen  auf  1  Franc  per  Collo;  bei  englischen
Schilfen  werden  die  AusschifFungskosten  zur  Fracht  einbezogen.
Der  Waarenbezug  aus  der  Mauth  ist  höchst  ermüdend  für
die  Empfänger,  da  es  sowol  an  Räumlichkeiten  wie  an  gewandtem ­
  Personale  mangelt.  Hat  man  unter  den  Tausenden  in  Unordnung ­
  herumliegenden  Colli  das  zu  beziehende  herausgesucht
und  ist  man  nach  langen  Formalitäten  dahin  gekommen,  es
öffnen  zu  lassen  —  was  Alles  nicht  ohne  Geld  und  gute  Worte
vorwärts  geht  —  so  beginnen  erst  die  nicht  minder  zeitraubenden ­
  Schwierigkeiten  der  eigentlichen  Verzollung.  „
Die  türkische  Regierung  hat  mit  allen  Mächten  Handels
und  Zollverträge  in  der  Weise  abgeschlossen,  dass  sie  berechtigt
            
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