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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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Sandschak Kodschaily 7—800.000, für das Sandschak Tschek- 
medscke höchstens 50.000 rechnen, und die drei Stadtbezirke 
Stambul, Pera und Scutari sammt Dependenzen kann man auf 
6—700.000 Einwohner veranschlagen, wonach sich die Ge- 
sammtbevölkerung dieses Consularbezirkes mit ungefähr 31/ 2 
bis 4 Millionen heraussteilen würde. 
Der Nationalität nach sind diese Einwohner grösstentheils 
Türken, und zwar Osmanen in allen Städten, Juruken und 
Turkomanen in den anatolischen Gebirgsgegenden, dann Grie 
chen hauptsächlich an den Küsten des Marmora-Meeres und 
in den meisten Städten, Armenier in Kodschaily und grossen- 
theils in den Städten, Kurden im Sandschak von Angora, 
Bulgaren im Sandschak von Tschekmedsche, Tscherkes- 
sen ebendort und sonst zerstreut, spanische Israeliten 
in den Städten, Peroten und Latiner als ein italienisch - 
levantinisches Mischvolk vorzugsweise in Pera und in den 
benachbarten Orten, endlich Fremde: Italiener, Malteser, 
Deutsche, Franzosen, Engländer, Polen, Araber, Perser u. s. w., 
ebenfalls in der Hauptstadt. Am zahlreichsten ist in Constan- 
tinopel die griechische Colonie, nach dieser die österreichisch 
ungarische und die persische, dann die italienische; die anderen 
sind viel weniger zahlreich. 
Die Kopfzahl der einheimischen Nationen auch nur an 
nähernd anzugeben, ist sehr schwer. Leichter kann man die 
Ziffer der verschiedenen Religionsgenossen bestimmen, denn 
die officicllen türkischen Zählungen unterscheiden stets Moha- 
medaner und Nichtmohamedaner, unter den letzteren 
auch oft die Griechen, Armenier, Katholiken und Juden. Nach 
den officiellen türkischen Angaben bilden die Mohamedaner im 
Wilajet Chudawendgjar ungefähr 77»/ 0 , im Wilajet von Kasta- 
muny last 98 °/ 0 , im Wilajet von Angora werden sie gewiss 
nicht weniger ausmachen, in Kotschaily wird ihre Uebermacht 
nicht so bedeutend sein, in Bigha dürften sie kaum die Zahl 
der Christen erreichen, und im Sandschak von Tschekmedsche 
sind wohl die Christen in der Mehrzahl; was die Hauptstadt 
betrifit, so ist Stambul gleichwie Scutari überwiegend moha- 
medanisch, dagegen Pera überwiegend christlich. Unter den 
Christen sind die orthodoxen Griechen am zahlreichsten,
	        
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