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Sandschak Kodschaily 7—800.000, für das Sandschak Tschek-
medscke höchstens 50.000 rechnen, und die drei Stadtbezirke
Stambul, Pera und Scutari sammt Dependenzen kann man auf
6—700.000 Einwohner veranschlagen, wonach sich die Ge-
sammtbevölkerung dieses Consularbezirkes mit ungefähr 31/ 2
bis 4 Millionen heraussteilen würde.
Der Nationalität nach sind diese Einwohner grösstentheils
Türken, und zwar Osmanen in allen Städten, Juruken und
Turkomanen in den anatolischen Gebirgsgegenden, dann Grie
chen hauptsächlich an den Küsten des Marmora-Meeres und
in den meisten Städten, Armenier in Kodschaily und grossen-
theils in den Städten, Kurden im Sandschak von Angora,
Bulgaren im Sandschak von Tschekmedsche, Tscherkes-
sen ebendort und sonst zerstreut, spanische Israeliten
in den Städten, Peroten und Latiner als ein italienisch -
levantinisches Mischvolk vorzugsweise in Pera und in den
benachbarten Orten, endlich Fremde: Italiener, Malteser,
Deutsche, Franzosen, Engländer, Polen, Araber, Perser u. s. w.,
ebenfalls in der Hauptstadt. Am zahlreichsten ist in Constan-
tinopel die griechische Colonie, nach dieser die österreichisch
ungarische und die persische, dann die italienische; die anderen
sind viel weniger zahlreich.
Die Kopfzahl der einheimischen Nationen auch nur an
nähernd anzugeben, ist sehr schwer. Leichter kann man die
Ziffer der verschiedenen Religionsgenossen bestimmen, denn
die officicllen türkischen Zählungen unterscheiden stets Moha-
medaner und Nichtmohamedaner, unter den letzteren
auch oft die Griechen, Armenier, Katholiken und Juden. Nach
den officiellen türkischen Angaben bilden die Mohamedaner im
Wilajet Chudawendgjar ungefähr 77»/ 0 , im Wilajet von Kasta-
muny last 98 °/ 0 , im Wilajet von Angora werden sie gewiss
nicht weniger ausmachen, in Kotschaily wird ihre Uebermacht
nicht so bedeutend sein, in Bigha dürften sie kaum die Zahl
der Christen erreichen, und im Sandschak von Tschekmedsche
sind wohl die Christen in der Mehrzahl; was die Hauptstadt
betrifit, so ist Stambul gleichwie Scutari überwiegend moha-
medanisch, dagegen Pera überwiegend christlich. Unter den
Christen sind die orthodoxen Griechen am zahlreichsten,