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dann kommen die nicht-unirten und die unirten Armenier, die
römischen Katholiken, die orthodoxen Bulgaren und die ver
schiedenen protestantischen Secten, welch’ letzteren auch viele
Armenier angehören. Von den verschiedenen Nationen des
Amtsbezirkes sind die Türken, welche vorzugsweise den Beam
ten- und den Soldatenstand bilden, meistens Grundbesitzer und
sonst mit der Viehzucht, Landwirthschaft und Handwerks-Indu
strie, die Griechen mit Handel und Schiffahrt, die Armenier mit
Handel und Industrie, die Bulgaren mit Ackerbau, die Israeliten
und Perser mit Handel, die fremden Europäer mit Grosshandel,.
Industrie, Verkehrsanstalten und Bankwesen beschäftigt.
C. Natürliche Beschaffenheit des Landes.
(Gebirge, Gewässer, Boden-Production, Klima.)
Der Consularbezirk von Constantinopel ist hauptsächlich
ein Küstenbezirk. Sein europäischer Tlieil, sowie das Sandschak
Kodschaily mit Scutari sind Halbinseln zwischen dem schwarzen
und dem Marmora-Meere, Pontus und Propontis, von einander
getrennt durch die diese beiden Meere verbindende enge Was
serstrasse des Bosporus (bei 3 Meilen lang und durchschnittlich
1500 Schritte breit).
Das Sandschak Bigha (das alte Troas) ist fast eine Halb
insel zwischen dem Marmora-Meere, der Dardanellen-Strasse
(Hellespont), dem ägäischen Meere und dem Golfe von Edremit;
Tenedos, Lemnos, Imbros und Samothrake sind bewohnte und
bebaute Inseln des ägäischen Meeres. Das Wilajet Chuda-
wendgjar ist vorherrschend Festland, berührt aber die Küsten
des ägäischen und des Marmora-Meeres, in das letztere mit der
Halbinsel von Artaki (Erdek) weit hineingreifend. Das Wilajet
von Kastamuny ist der nördlichste, ziemlich einförmige Küsten
strich Kleinasiens am schwarzen Meere, mit einem breiten Hin
terlande. Nur das Wilajet Angora ist ganz Binnenland.
Das buchtenreiche Marmora-Meer gehört mit Ausnahme
seiner zu Adrianopel geschlagenen Westküste fast ganz zum
Consularbezirke von Constantinopel. In den beiden Golfen von
Ismid und von Geinlik (Indschir Liman) schneidet cs weit hinein
nach Kleinasien. In der Mitte dieses Meeres liegt die au