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asiatischen Ufer des Bosporus und einigen Inseln im Marmora-
Meere. Dieser ganze Stadtbezirk ist ungefähr drei Meilen lang
und eine Meile breit, umschliesst aber in dieser Ausdehnung
viele Wasserflächen und hat nach offieiellen Angaben 64.563
Wohnhäuser, 44.614 Kaufläden, Waarenmagazine und Herber
gen, 3764 Moscheen, Kirchen, Schulen etc. und 487 ärarialische
Gebäude, also im Ganzen 112.941 Gebäude nebst 16.597 Gärten,
'Wiesen und Landgütern.
Die Gesammt-Einwohnerzahl dieses Constantinopler Stadt
bezirkes mag beiläufig 600.000 betragen, wovon die Türken
nahezu die Hälfte ausmachen dürften, während sich die andere
grössere Hälfte auf die griechischen und armenischen Christen,
die Israeliten, Perser und Franken, d. h. Angehörige der ver
schiedenen europäischen Nationen, vertheilt.
Das eigentliche Stambul ist die a / 3 geographische Meilen
lange und durchschnittlich i/ 4 bis % Meile breite Häusermasse
zwischen dem Marmora-Meere und dem Hafen des goldenen
Horns, aut der Landseite durch die alte Stadtmauer begrenzt,
von ungefähr % Million Seelen bewohnt, worunter die Moha-
medaner mehr als die Hälfte (vielleicht */,) ausmachen. Hieran
schliesst sich am goldenen Horn der grösstentheils von Türken
bewohnte Vorort Ejub.
Die Vorstadt Pera (türkisch Bey Oglilu) umfasst ausser
dem eigentlichen Pera alle Quartiere, welche jenseits des gol
denen Horns und auf der europäischen Seite des Bosporus liegen,
namentlich Galata, Kassim Pascha, Hassköj, Pankaldi, Topchane,
Fundukly u. s. w., und dürfte gegen 150.000 Einwohner haben,
wovon die grössere Hälfte auf die Christen (worunter die Euro
päer) und die andere Hälfte auf Türken und Juden entfällt.
Pera ist durch zwei über das goldene Horn führende Brücken
mit Stambul verbunden. In administrativer Hinsicht gehören zu
Pera auch die Vororte am europäischen Ufer des Bosporus, als:
Beschicktasch (wo sich die gewöhnliche Residenz des Sultans
befindet), Therapia, Bujukdere und viele andere.
Die Stadt oder Vorstadt, welche gegenüber von Stambul
und Pera am asiatischen Ufer liegt, ist Scutari oder Isküdar.
Sie hat wohl über 50.000 Einwohner, grösstentheils Türken, der
Rest hauptsächlich Armenier.