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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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Mekka z. B. beleuchtet in festlichen Zeiten auch Strassen 
und Stadtmauern mit solchen gläsernen Lämpchen, woraus sich 
auf den kolossalen Bedarf ein Schluss ziehen lässt. 
Glasperlen, welche im Innern von der ärmeren Bevölkerung 
zu Schmucksachen verwendet werden, liefern ebenfalls ein star 
kes Contingent zur Glas-Importation. 
Nur zwei Artikel, welche früher sehr stark importirt wur 
den, sind gegenwärtig in der Abnahme begriffen. Es sind diess 
Nargilehs und Pfeifenspitzen in Bernstein-Imitation. 
Früher fehlte in keinem Hause die für alle Bewohner hin 
reichende Anzahl Nargilehs und Pfeifen, und wurde davon auch 
in allen Kaffeehäusern ein grosser Vorrath gehalten. Seither 
sind jedoch diese Bauchrequisiten durch die sich immer mehr 
einbürgernde Papier-Cigarrette verdrängt worden, und finden 
erstere nur noch unter den Alt-Türken wenige Liebhaber. 
Oesterreich, das früher für die Glasimportation nach der 
Levante dominirend war, hat heute eine arge Concurrenz von 
Seite Englands, Frankreichs und Belgiens zu bestehen, ja wurde 
von den genannten Ländern zum Theile schon überflügelt. 
Die Hauptursache dieser Zurücksetzung liegt darin, dass 
die österreichischen Fabrikanten in der Erzeugung von gepresstem 
Glase nicht so vollkommen sind, wie ihre Concurrenten, und dass 
gerade diese Qualität Glas in der Levante bevorzugt wird. 
So liefert Oesterreich gegenwärtig nur eine sehr geringe 
Quantität Trinkgläser, während England den Hauptbedarf darin 
deckt — ein kleiner Theil fällt auch Frankreich zu. 
Die englischen Gläser sind schön, und was die Hauptsache 
ist, billig. Ihr besonderer Vorzug ist, dass sie durchaus egal 
gearbeitet sind, während an den österreichischen in dieser Hin 
sicht viel getadelt wird. 
Belgien liefert ausschliesslich Fensterscheiben und konnte 
bis jetzt keine Concurrenz dagegen ankommen. Der Bedarf 
darin ist ein sehr bedeutender. Auch die 
Türkei versucht sich in der Erzeugung von Glas. Es exi- 
stirt in Constantinopel eine Manufactur, in welcher Glasscheiben 
umgesciimolzen und weiter verarbeitet werden. Diess geschieht 
jedoch auf eine so primitive Art und liefert so schlechte Masse, 
dass dieselbe kaum zu Apothekergläsern ordinärster Art ver-
	        
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