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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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Im Allgemeinen gelten hiefiir ‘/ 3 Anzahlung bei der Bestellung 
und Risalsa bei der Absendung Ton Triest. 
Die einzigen Bezugsorte bis beute sind Krain und Triest, 
und ist, ausser einigen Architekten, die ihren Bedarf darin ab 
und zu von dorther beziehen, wie bekannt, nur ein einziger 
österreichischer Kaufmann am Platze, der dieses Geschäft aus 
zubeuten versucht. 
Eines der grösseren Etablissements am Orte, welches fast 
das Monopol zur Lieferung der Thören und Fenster für die 
kaiserlichen Paläste und Kioske besitzt, ist die Holzfournituren- 
Fabrik des Armeniers Wortik in Dolma-Bagdscheh. Erst seit 
20 Jahren ungefähr datirt die Einführung der besten Qualitäten 
an Thüren und Fenstern bei den Neubauten und Reparaturen 
der kaiserlichen Paläste und Kioske. Sowol die Thüren als 
auch die Fenster sind von polirtem Holze ausgeführt, und man 
verwendet hiebei eine besondere Sorgfalt, um dieselbe so kostbar 
wie möglich herzustellen. Die Thüren sind fournirt und ent 
sprechen in ihren Hauptfeldern der Holzart, in denen die 
Zimmermöbel ausgeführt sind; zuweilen auch zeigen sie auf 
beiden Seiten verschiedene Holzarten. Die Spiegel der Thüren 
enthalten als Verzierung theils Bouquets, theils Landschaften in 
eingelegter Arbeit von gebeiztem Holze, theils vergoldeten 
Schnitzereien, in welchem Falle die Hauptglieder der Karniessen 
gleichfalls vergoldet sind. Wände und Plafonds durch Vertäte 
lung zu bekleiden ist nicht ungewöhnlich, und ist die Arbeit 
meistentheils von gebeiztem Holze mit eingelegten Zeichnungen 
im maurischen Style. 
Vorherrschend werden nachstehende Holzarten sowohl im 
natürlichen als auch im gebeizten Zustande verarbeitet: Asia 
tisches Rosenholz, Kirschbaum- und Birnholz, Eschen-, Oliven- 
und Nussbaumholz, dann das langfaserige und maserige Wurzel 
holz, eine Abart der Larix, welches dem Mahagoniholze sehr 
ähnelt, ausserdem das des Buxbaumes, der Eiche, der Eiche von 
Sinope und der übrigen Spalteichen, das hellweisse und graue 
des Ahornbaumes; ferner ausländische Holzarten wie: Mahagoni, 
Palisander, Citronen u. s. w. 
Zu den eingelegten Arbeiten verwendet man alle marmorir- 
ten Compositionen (aus Leim, Gyps und Farben) nebst Elfenbein,
	        
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