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Volltext: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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auszubilden. Sie wussten sich auch mit einer landesüblichen 
Production, d. i. Fauteuils, zum Gebrauche in den Bureaux der 
türkischen Behörden vertraut zu machen. Diese Fauteuils sind 
leicht und roh gezimmert und ganz tapezirt. Sie zeigen in Holz 
nur die Fiisse, die gewöhnlich aus Mahagoni geschweift oder 
gedrechselt sind, zuweilen auch sind sie von roth polirtem 
Buchenholz. Der Preis derselben variirt bedeutend, je nach dem 
Material, das zur Tapezirung verwendet wird. Dieses besteht 
aus Stroh, Werg, Wolle, Seegras oder Rosshaar und bestimmt 
nächst der Anzahl und Qualität der Federn die Preise derWaare. 
Da fast jedes türkische Bureau reichlich mit diesen Fauteuils 
versehen wird, so ist die Zahl der in den Ministerien sich befin 
denden nach Hunderten zu zählen und dieser Zweig der Pro 
duction ein ziemlich bedeutender. Die Preise, die dafür bezahlt 
werden, sind für weiss tapezirte Waare zwischen 118 bis 
220 Piaster. Der kaum mögliche Preis von 115 Piaster per 
Fauteuil wurde bei der letzten Lieferung für das Kriegsmini 
sterium und zwar für 600 Stück bezahlt, wobei der Fabrikant in 
Folge der sonst bei der türkischen Regierung ungewöhnlichen 
comptanten Zahlung noch 10#/ 0 verdiente. 
Ad 3. 
Luxusmöbel aus Eichenholz mit Vergoldung, Rosenholz, 
Tuya, Amaranthe, Nacre, Boule. Nächstdem Varietäten aus 
zusammengesetzten vielfarbigen Hölzern. Alle diese Möbel 
werden hier importirt und zwar aus Paris und London. Aus 
Paris kommen vor Allem die in Rosenholz, Tuya, Nacre, Boule 
ausgeführten und mit Gold ausgeschmUckten Möbel, „während 
England den Markt mit reich geschnitzten Möbeln aus Eichen mit 
Vergoldungen beschickt. England bringt zugleich die voluminösen 
und schwerfälligen, aber immerhin luxuriösen Artikel, wie Biblio 
theken, Etageren u. s. w. Die Preise dieser Artikel schwanken 
bedeutend, und können, was Luxusmöbel betrifft, kaum normirt 
werden, finden auch keinen so grossen Absatz, da derselbe ledig 
lich von dem Umstande ab hängt, ob die von Europa für die Palais 
und Konaks nach Bestellung angekommenen Möbel complet 
sind oder nicht; sonst sind die hier einzeln eingeführten Luxus- 
Artikel bestimmt, eher als Completirungsmöbel zu figuriren.
	        
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