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auszubilden. Sie wussten sich auch mit einer landesüblichen
Production, d. i. Fauteuils, zum Gebrauche in den Bureaux der
türkischen Behörden vertraut zu machen. Diese Fauteuils sind
leicht und roh gezimmert und ganz tapezirt. Sie zeigen in Holz
nur die Fiisse, die gewöhnlich aus Mahagoni geschweift oder
gedrechselt sind, zuweilen auch sind sie von roth polirtem
Buchenholz. Der Preis derselben variirt bedeutend, je nach dem
Material, das zur Tapezirung verwendet wird. Dieses besteht
aus Stroh, Werg, Wolle, Seegras oder Rosshaar und bestimmt
nächst der Anzahl und Qualität der Federn die Preise derWaare.
Da fast jedes türkische Bureau reichlich mit diesen Fauteuils
versehen wird, so ist die Zahl der in den Ministerien sich befin
denden nach Hunderten zu zählen und dieser Zweig der Pro
duction ein ziemlich bedeutender. Die Preise, die dafür bezahlt
werden, sind für weiss tapezirte Waare zwischen 118 bis
220 Piaster. Der kaum mögliche Preis von 115 Piaster per
Fauteuil wurde bei der letzten Lieferung für das Kriegsmini
sterium und zwar für 600 Stück bezahlt, wobei der Fabrikant in
Folge der sonst bei der türkischen Regierung ungewöhnlichen
comptanten Zahlung noch 10#/ 0 verdiente.
Ad 3.
Luxusmöbel aus Eichenholz mit Vergoldung, Rosenholz,
Tuya, Amaranthe, Nacre, Boule. Nächstdem Varietäten aus
zusammengesetzten vielfarbigen Hölzern. Alle diese Möbel
werden hier importirt und zwar aus Paris und London. Aus
Paris kommen vor Allem die in Rosenholz, Tuya, Nacre, Boule
ausgeführten und mit Gold ausgeschmUckten Möbel, „während
England den Markt mit reich geschnitzten Möbeln aus Eichen mit
Vergoldungen beschickt. England bringt zugleich die voluminösen
und schwerfälligen, aber immerhin luxuriösen Artikel, wie Biblio
theken, Etageren u. s. w. Die Preise dieser Artikel schwanken
bedeutend, und können, was Luxusmöbel betrifft, kaum normirt
werden, finden auch keinen so grossen Absatz, da derselbe ledig
lich von dem Umstande ab hängt, ob die von Europa für die Palais
und Konaks nach Bestellung angekommenen Möbel complet
sind oder nicht; sonst sind die hier einzeln eingeführten Luxus-
Artikel bestimmt, eher als Completirungsmöbel zu figuriren.