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II. Uhrenhandel.
Was den hiesigen Uhrenhandel mit dem Auslande anbe
langt, so muss dieser ein bedeutender genannt werden. Hierbei
ist, um eine genauere Uebersicht zu erlangen, der Unterschied
zwischen den verschiedenen Uhrengattungen festzuhalten.
Man kann nämlich die hieher importirten Uhren in vier
Classen eintheilen und zwar:
1. Taschenuhren,
2. Pendeluhren,
3. Sturzuhren,
4. Schwarzwälderuhren.
Die Taschenuhren und zwar Cylinder-, Anker-Uhren und
Kemontoirs, mit Ausnahme der feinsten Chronometer, welche uns
England liefert, werden aus der Schweiz bezogen, wo mehrere
hiesige Kaufieute selbst Fabriken besitzen oder als Gesellschafter
dabei betheiligt sind. Ausserdem sind aber unter den bedeu
tendsten Firmen in Genf, woher die feineren Uhren stammen,
das Haus Botte; in Chaud de Fonds hingegen, wo Uhren
geringerer Qualität producirt werden, die Firmen Dumont
und Courvoisier zu nennen, welche vorzugsweise für den
Orient arbeiten.
Die Uhren müssen, um hier Absatz zu linden, Effect machen.
Der türkische Käufer schaut weniger auf die Güte als auf
die Schönheit derselben, und weist sie unbedingt ab, wenn sie
mit Figurenzeichnungen verziert sind.
Dessgleichen müssen die gewöhnlichen Zifferblätter türkisch
substituirt werden.
Da man aber auch auf den europäischen Käufer in der
Türkei rechnen muss, so wird (jedoch nur den vergoldeten und
goldenen Uhren, die immer in Doppel-Etuis versendet werden)
ein europäisches Zifferblatt beigefügt, um dasselbe nach Bedarf
verwenden zu können, so dass in jedem Etui zwei Rahmen sich
befinden; in dem einen derselben liegt die Uhr, in dem anderen
das europäische Zifferblatt. Die übrigen Uhren kommen in ein
fachen Etuis vor, welche der Qualität der Uhren entsprechend
ordinär oder fein sind. Die einfachsten sind aus Holz, mit Papier
überzogen und dienen sowohl für silberne als vergoldete Uhren,