278
in einer Schachtel, welche wieder in Kisten verpackt werden,
versendet.
Der Import an Schweizer-Taschen-Uhren nimmt, wegen des
grossen Absatzes, den dieselben auf dem hiesigen Platze fimlen,
jährlich zu, und beläuft sich im Durchschnitte auf 1—11/ 4 Million
Francs, während die Einfuhr englischer Uhren im Abnehmen
begriffen ist und nicht mehr als 400—500 türk. Lira aus
macht.
Zu der zweiten Gattung Uhren gehören die Sturzuhren,
welche ausschliesslich aus Paris und zwar von der zu den ersten
Handelshäusern zählenden Firma Lefebvre & Comp, bezogen
werden und auch unter dem Namen Pariser - Uhren im Handel
bekannt sind.
Der jährliche Import beträgt ungefähr 500.000 Francs.
Was die Qualität dieser Uhren anbelangt, so ist hervorzu
heben, dass namentlich bei der Anfertigung derselben darauf
gesehen werden muss, dass die für den Orient bestimmten Stücke,
um hier Absatz zu finden, nach einem eigenen Muster erzeugt
werden, welches dem Geschmacke der Türken angepasst ist.
Die Feinheit der Ausführung kommt hier ebensowenig als
bei den Taschen-Uhren in Betracht. Die Uhr muss aber im
türkischen Sinne ein Marifet*) sein. Recht viele Arabesken und
häufige oft unmögliche Verzierungen machen die Uhr, wenn sie
nebstdem keine Figuren an sich trägt, dem türkischen Käufer
beliebt.
Die Waare ist gewöhnlich in Bronze gearbeitet, reich ver
goldet und emaillirt und erscheint mit zwei Vorderseiten, da sie
auf der einen Seite mit einem türkischen, auf der anderen mit
einem europäischen Zifferblatte versehen ist.
Um ihre Magazine nicht mit Waare anzufüllen,' die dem
türkischen Käufer missfallen würde, scldiessen die hiesigen
Importeurs, bei Bestellungen von Pariser-Sturz-Uhren, die dar
auf bezüglichen Geschäfte meistens nach Einsicht von Zeich
nungen oder Photographien der zu beziehenden Uhren ab, und
sind auf diese Weise gegen den Bezug unabsetzbarer Waare
gesichert.
*) d. h. ein Kunststück.