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Full text : Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

Musikalische  Instrumente,
Von  Stohmann  und  Dollinger,  mit  Beiträgen  von  Müller  u.  A.

A.  Import.
Der  Import  von  Musik  instrumenten  in  der  Türkei  verdankt
sein  Entstellen  der  Reorganisirung  des  türkischen  Heeres  in
europäischem  Sinne  und  der  damit  zusammenhängenden  Bildung
von  Militär-Capellen  nach  dem  Muster  der  österreichischen  und
preussischen.  Während  sich  für  diese  ein  Bedarf  von  allerhand
Blas-Instrumenten  herausstellte,  ergab  sich  bei  dem  gegenseitigen
Wachsen  der  europäischen  Colonien  in  Constantinopel  auch  eine
günstige  Gelegenheit  zur  Etablirung  eines  Import-Geschäftes  für
Piano’s,  und  selbst  andere  (Saiten-  und  Blech-)  Instrumente
wurden  für  den  Privatgehrauch  verlangt,  da  sich  das  Bedürfniss
nach  modern  geschulten  Orchestern  von  den  hier  lebenden  Europäern ­
  immer  mehr  auch  auf  Griechen  und  Armenier  ausdehnte.
So  ist  denn  im  Laufe  der  letzten  Jahrzehnte  der  Import  von
Musik-Instrumenten,  das  Piano  inbegriffen,  zu  einer  gewissen
Bedeutung  gelangt;  doch  sind  die  Türken  nur  zum  geringsten
Theile  als  Abnehmer  zu  betrachten  und  erstrecken  sich  die  Lieferungen ­
  grösstentheils  auf  die  Colonien,  Armenier  und  Griechen,
so  weit  eben  nicht  die  Militär-Capellen  participiren.
Die  Türken  überlassen  die  Pflege  moderner  Musik  ihrem
Sultan;  wenigstens  unterhält  dieser  ein  europäisch  gebildetes
Orchester  unter  der  Leitung  eines  tüchtigen  italienischenCapellmeisters.

Abgesehen  von  diesem  Kunststreben  des  Grossherrn  ist  der
Stand  der  musikalischen  Ausbildung  der  Türken  ein  äusserst
niedriger.
            
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