Kerzen und Zündwaaren.
Von Dr. Weissbach,
Je. Je. Regimentsarzt.
Mit Beiträgen des Fr. Gautsch.
A. Kerzen.
Am hiesigen Platze werden nur sehr wenig Kerzen, blos
ordinärste Waare, Unschlittkerzen, erzeugt und kommen selbst
noch die sogenannten gezogenen (ohne Gussform gemachten),
obgleich immer seltener vor; Wachsstöcke und Luxuskerzen
aus Wachs für den Kirchengebrauch u. dgl. bereitet man hier
gleichfalls, aber meistens aus mit Stearin gemengtem Wachs.
Der Bedarf gewöhnlicher Kerzen wird durch diese eigene
Production nur zum kleinsten Theile gedeckt, ist daher grösstentheils
auf die Einfuhr angewiesen, welche man in runder
Summe auf 100.000 Kisten im beiläufigen Gewichte von 1 Million
Kilogramme per Jahr schätzen kann, und die von folgenden
namhaften Firmen, neben mehreren kleineren, besonders armenischen
Geschäftshäusern besorgt wird: Stamati Ajielastos,
Arnold Fröhlich, Sewadschioglu, Stefano wie und Ludwig
P e 11 e r.
Sie kommen hauptsächlich aus Belgien und Holland, viel
weniger aus Frankreich und Oesterreich, weil man besonders
nur Waare zweiter Qualität verlangt, worin eben die beiden
zuerst genannten Länder dominiren, während Frankreich und
Oesterreich blos Prima-Waare zu convenirenden Preisen bringen
können; selbst in dieser macht Holland durch billigere
Preise bei gleicher Güte empfindliche Concurrenz.
Der Weg aus Oesterreich gebt über Triest und Galatz, aus
Frankreich über Marseille, aus Holland über Amsterdam, Antwerpen
und Rotterdam, welche 3 Häfen mit Constantinopel durch
alle 14 Tage und monatlich abgehende Dampfschiffe in Verbin-