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Der österreichische Lloyd, welcher hier eine so rege, ja
unter allen ähnlichen Gesellschaften die lebhafteste Dampfschiff
fahrt unterhält, sollte, sowie die Messagerie maritime, sein eige
nes Mauthamt besitzen, um das Ausladen und den Empfang der
Waaren zu erleichtern und zu beschleunigen, was heutzutage
manchmal wochenlang verzögert wird. Durch Herabsetzung der
hohen Frachtpreise von Seiten des Lloyd wurde einem lang
gehegten, gerechten Wunsche der Handelswelt entsprochen,
welchem Beispiele nur auch die Südbahn (Wien-Triest) folgen
sollte.
Die Donau-Dampfschiffahrt ist ausser ihren Eilfahrten, die
man jedoch zum Waarentransporte nicht benützen kann, in
mancher Hinsicht mangelhaft, besonders durch ihre Tarife mit
Zusatz einer Menge unvorgesehener Spesen und Zwangs-Asse-
curanz.
Die chemische Industrie Oesterreichs arbeitet bisher fast
nur für den heimischen Bedarf und kann wol auch wegen mangel
hafter Theilnahme und Geringschätzung von Seiten der Fabri
kanten mit dem Auslande kaum concurriren; wozu soll auch eine
Fabrik ihre Erzeugnisse so ausstatten und verpacken, wie es in
England, Frankreich und Deutschland geschieht, wenn sie im
Inlande wenigstens trotz ihrer simplen Ausstattung Absatz
findet?
Wir werden die Fabrikate des Auslandes in ihrer Verpackung
einzeln vorfuhren, in der Hoffnung, dadurch zur Verbesserung
der heimischen Ausstattung beizutragen*).
1. Acetas plumbi, Bleizucker, für technische Zwecke;
jährliche Einfuhr circa 10 Tonnen aus Oesterreich, dagegen
120 Tonnen aus England, weil einerseits der Preis, andererseits
der billige Frachtsatz den Import von England begünstigt.
2. Acetas potassae wird wohl in Oesterreich sehr gut
bereitet, aber der Ersparung halber nicht genügend gewaschen,
während England, Frankreich und Deutschland blos feine Waaren
liefern und noch dazu in beliebiger Ausstattung, wozu die öster
reichischen Erzeuger nicht zu bewegen sind. Hierzu ein Muster.
*) Die bezügliche Muster-Ausstellung befindet sich im Cercle oriental
des Herrn Dr. Haardt.