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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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Der österreichische Lloyd, welcher hier eine so rege, ja 
unter allen ähnlichen Gesellschaften die lebhafteste Dampfschiff 
fahrt unterhält, sollte, sowie die Messagerie maritime, sein eige 
nes Mauthamt besitzen, um das Ausladen und den Empfang der 
Waaren zu erleichtern und zu beschleunigen, was heutzutage 
manchmal wochenlang verzögert wird. Durch Herabsetzung der 
hohen Frachtpreise von Seiten des Lloyd wurde einem lang 
gehegten, gerechten Wunsche der Handelswelt entsprochen, 
welchem Beispiele nur auch die Südbahn (Wien-Triest) folgen 
sollte. 
Die Donau-Dampfschiffahrt ist ausser ihren Eilfahrten, die 
man jedoch zum Waarentransporte nicht benützen kann, in 
mancher Hinsicht mangelhaft, besonders durch ihre Tarife mit 
Zusatz einer Menge unvorgesehener Spesen und Zwangs-Asse- 
curanz. 
Die chemische Industrie Oesterreichs arbeitet bisher fast 
nur für den heimischen Bedarf und kann wol auch wegen mangel 
hafter Theilnahme und Geringschätzung von Seiten der Fabri 
kanten mit dem Auslande kaum concurriren; wozu soll auch eine 
Fabrik ihre Erzeugnisse so ausstatten und verpacken, wie es in 
England, Frankreich und Deutschland geschieht, wenn sie im 
Inlande wenigstens trotz ihrer simplen Ausstattung Absatz 
findet? 
Wir werden die Fabrikate des Auslandes in ihrer Verpackung 
einzeln vorfuhren, in der Hoffnung, dadurch zur Verbesserung 
der heimischen Ausstattung beizutragen*). 
1. Acetas plumbi, Bleizucker, für technische Zwecke; 
jährliche Einfuhr circa 10 Tonnen aus Oesterreich, dagegen 
120 Tonnen aus England, weil einerseits der Preis, andererseits 
der billige Frachtsatz den Import von England begünstigt. 
2. Acetas potassae wird wohl in Oesterreich sehr gut 
bereitet, aber der Ersparung halber nicht genügend gewaschen, 
während England, Frankreich und Deutschland blos feine Waaren 
liefern und noch dazu in beliebiger Ausstattung, wozu die öster 
reichischen Erzeuger nicht zu bewegen sind. Hierzu ein Muster. 
*) Die bezügliche Muster-Ausstellung befindet sich im Cercle oriental 
des Herrn Dr. Haardt.
	        
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